Ein Zeichen für die Unternehmenskultur setzen

Iserlohn.  Der Iserlohner Arzneimittelhersteller Medice befindet sich weiterhin auf Wachstumskurs. Und das, obwohl die Zahl der familiengeführten Unternehmen in der Branche eigentlich rückläufig ist, wie Dr. Katja Pütter-Ammer berichtet. Mittlerweile hat sich Medice in diesem Kreis unter die größten drei vorgearbeitet. Das sind die Zahlen, die sich hinter dieser Entwicklung verbergen: Lag der Jahresumsatz 2004 noch bei 45 Millionen Euro, werden 2016 wohl rund 187 Millionen Euro erreicht. Im gleichen Zeitraum stieg die Zahl der Mitarbeiter von 260 auf 488. Ständige Betriebserweiterungen gehen damit einher, nun soll auch ein neues repräsentatives Verwaltungsgebäude entstehen. Für die Realisierung konnte der renommierte Kölner Architekt Prof. J. Pablo Molestina gewonnen werden.

Die Fertigstellung soll bis März 2018 erfolgen

Der Baubeginn ist für Ende 2016 geplant, die Fertigstellung soll bis März 2018 erfolgen, die vorbereitenden Erdarbeiten sind bereits im Gange. „Wir brauchen zum einen mehr Platz, zum anderen wollen wir mit dem neuen Verwaltungsgebäude aber auch ein Zeichen für unsere Unternehmenskultur setzen“, sagt Dr. Katja Pütter-Ammer. Zusammen mit einem separaten Pforten- und Empfangskomplex entsteht eine Bruttofläche von 4000 Quadratmetern, die Nutzfläche des neuen viergeschossigen Verwaltungsgebäudes beträgt allein 2700 Quadratmeter. Angesiedelt wird dieser neue Baukörper in Verlängerung des bisherigen Hauptkomplexes entlang des Kuhloweges. Die Erschließung erfolgt aber nicht von dort, sondern von der neuen Hauptzufahrt vom Hellweg aus.

Optisch prägend werden die tiefen Balkonfronten nach Süden sein, die auch begrünt werden sollen. So soll unter anderem die direkte Sonneneinstrahlung reduziert werden. Das bedeutet aber nicht, dass Tageslicht nicht erwünscht ist – ganz im Gegenteil. Die Süd- und Nordseite werden komplett mit Büros belegt. Dabei wird ein sehr hoher Anteil an Glasflächen berücksichtigt. Und so befindet sich dazwischen auch kein dunkler Flur, sondern ein geräumiger Innenbereich mit Tageslichteinfall, der als Arbeits- und Aufenthaltszone genutzt wird, etwa wenn Gruppen arbeiten. So soll auch der Teamgedanke gefördert werden.

Prof. Molestina, der unter anderem in Yale studiert hat und bereits eine Gastprofessur am Bauhaus in Dessau innehatte, bezeichnet seinen Entwurf für das neue Verwaltungsgebäude als „maßgeschneidert auf die Philosophie der Firma Medice“. Nicht eine spektakuläre Geste stehe im Vordergrund, dafür seien funktionale Aspekte stark einbezogen worden. Molestina spricht von intelligenter grüner Architektur. Auch Nachhaltigkeit ist ein Thema, der verbleibende Energiebedarf kann von den bereits vorhandenen beiden Blockheizkraftwerken gedeckt werden. Das Gebäude wird nicht an den vorhandenen Komplex „angeklatscht“, den Übergang bildet ein deutlich schlankerer Verbindungstrakt. Glas, Aluminium und Beton werden prägende Fassadenelemente sein. Und in der Gartenanlage sollen Arzneipflanzen breiten Raum einnehmen.

Es entstehen etwa 100 Büroarbeitsplätze, von denen nach derzeitiger Planung bereits 90 belegt sind. Später kann das Gebäude auch weiter wachsen, nicht in der Höhe, aber in der Länge.

Ein hoher einstelliger Millionenbetrag wird in das neue Verwaltungsgebäude samt Empfangsgebäude fließen. Und weitere Investitionen werden für den Umbau der bisherigen Verwaltung einschließlich des Kantinenbereiches getätigt. Der „Senior“ in der Geschäftsführung, Dr. Sigurd Pütter, ist mit seinen Gedanken derweil schon einiges weiter. Eine stetig wachsende Produktion erfordere auch eine Erweiterung der Produktions- und Lagerflächen. Zunächst denkt er über die Erweiterung bereits vorhandener Hallen nach. Im Bereich unterhalb des neuen Verwaltungstraktes in Richtung Hellweg wäre aber auch noch Platz für neue Hallen. Denkbar, so Dr. Sigurd Pütter, sei der Neubau der Konfektionierung und einer weiteren Produktionshalle. Spruchreif ist das noch nicht, aber an den Überlegungen wird deutlich, dass Medice auch künftig auf Iserlohn als den zentralen Standort des Unternehmens setzen möchte.

Abschließend noch ein paar Worte zum Kuhloweg. Für die Erreichbarkeit des Unternehmens spielt der künftig praktisch keine Rolle mehr. Was aber auffällt, ist der aktuell sehr schlechte Zustand der Straße. Das weiß auch Dr. Sigurd Pütter. Kurzfristig soll es daher eine Ausbesserung geben, und nach Fertigstellung des Verwaltungsgebäudes verspricht der Unternehmer eine Neuasphaltierung der Straße. Und man habe bei den Planungen auch drei Meter zusätzlich Platz gelassen. „Dort legen wir einen Gehweg an“, so Dr. Pütter.

 
 

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