Ein Leben ganz im Zeichen Gottes

Hüingsen/Bielefeld..  Es ist ein Ereignis mit Seltenheitswert geworden, dass sich junge Männer dazu entschließen, ihr Leben ganz in den Dienst Gottes zu stellen.

Der Hüingser Christof Graf ist diesen Weg gegangen und am Pfingstsamstag von Erzbischof Hans-Josef Becker in Paderborn zum Priester geweiht worden. Wie hat er das Jahr vor und nach der Weihe erlebt? Ein ganz persönlicher Rückblick gegenüber der WESTFALENPOST.

Sieben Jahre Ausbildung

Der Pfingstsamstag: „Ich durfte mit vier Mitbrüdern unsere Priesterweihe feiern. Ein besonderes Ereignis nach sieben Jahren Ausbildung, unter anderem mit Studium, Praktika, Zeiten des Nachdenkens und vielen Gesprächen. Nach meinem Diakonatspraktikum 2013/14 rund um Halle in Westfalen und einigen Wochen im Priesterseminar war mir noch eine ruhige Woche im Kloster in Herstelle vergönnt. Ich empfand es als passende Vorbereitung vor der Priesterweihe im Paderborner Dom.“

Der Weihetag selbst: „Im Rahmen der feierlichen Liturgie empfingen wir am Vormittag die Weihe; am frühen Nachmittag wurde es noch einmal spannend: Wir erfuhren, in welchen Gemeinden wir eingesetzt würden. Meine erste Stelle: Vikar in St. Hedwig in Heepen im Pastoralverbund Bielefeld-Ost. Dazu für mich sogar ein vertrautes Gesicht als Pfarrer: Pastor Bernhard Brackhane, der zuvor an St. Vincenz in Menden gewirkt hatte.“ Der Tag der nach der Weihe: „Am Pfingstsonntag durfte ich in meiner Heimatgemeinde Christ-König Hüingsen meine erste Heilige Messe, die Primiz, feiern. Ein schöner Tag mit sehr vielen persönlichen Begegnungen. Ich konnte nur staunen, mit welchem Einsatz viele Hüingser diesen Tag mitvorbereitet hatten und mitwirkten. Ein wunderbares Fest. Das Wetter hat alles bestätigt.“

Der Neupriester: „Einen Monat später trat ich meine Stelle an und wurde in Bielefeld sehr herzlich aufgenommen. Viele Menschen freuen sich, dass hier ein junger Priester tätig ist. Ich war froh über die Zeit der relativ ruhigen Sommerferien am Beginn: Gelegenheit, die neue Rolle besser kennen zu lernen und wahrzunehmen und Kontakte zu knüpfen.“

Dienst als Priester

„Nach meiner Erfahrung ist der Dienst als Priester sehr abwechslungsreich: Bei völlig verschiedenen Anlässen begegne ich Menschen, wie zum Beispiel bei Taufen oder Trauersituationen. Das kann manchmal zeitlich sogar direkt hintereinander sein. In anderen Situationen – etwa mit Gruppen oder der Sonntagsgemeinde -- begleite ich Menschen über einen längeren Zeitraum. Dabei darf ich den lebendigen Gott verkünden, der immer schon da ist, bevor ich ankomme, den ich immer wieder erahnen kann.“

Fazit und Ausblick: „Ich bin froh, als Priester in Bielefeld mitwirken zu können und blicke mit Vorfreude auf das Jahr 2015, das ich hier von Anfang an mit erleben darf.“

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