Ein großer Sohn der Stadt Menden

Prof. Dr. Reiner Feldmann vollendet Freitag das 80. Lebensjahr.
Prof. Dr. Reiner Feldmann vollendet Freitag das 80. Lebensjahr.
Foto: WP

Menden..  Viele Menschen werden sich heute voller Respekt verneigen. Prof. Dr. Reiner Feldmann, hoch angesehener Wissenschaftler, Naturfreund und herausragender Pädagoge vollendet bei guter Gesundheit das 80. Lebensjahr. Nicht nur Menden hat ihm viel zu verdanken. Wissenschaftskollegen und Fachjournalisten beschrieben Prof. Feldmann beispielsweise als „Papst der Faunisten“ im Lande.

Es muss eine besondere Bestimmung gewesen sein: Reiner Feldmann war bereits als junger Schüler mit seinem profunden naturkundlichen Wissen so etwas wie ein Mentor für die Primaner am Walram-Gymnasium. Wenn Studiendirektor Jaroschek, stellvertretender Walram-Schulleiter, mit seinen angehenden Abiturienten im naturwissenschaftlichen Zweig zu mehrtägigen Exkursionen ausschwärmte, hatte er sich vielfach ausbedungen: „Der Feldmann muss aber mitkommen.“ Der Jubilar erinnert sich gern daran: „Das war auch schon mal eine Woche auf der Insel Wangerooge. Da habe ich natürlich nie nein gesagt.“

Zur Natur fühlte sich Reiner schon als kleiner Junge hingezogen. „Ich habe von früher Kindheit an eigentlich immer etwas mit nach Hause gebracht. Da bestand immer eine große Affinität.“ Reiner Feldmann wurde zum scharfsinnigen Beobachter im elterlichen Haus an der Pfarrer-Wigggen-Straße und der näheren Umgebung. Fauna und Flora faszinierten ihn.

Lehrer, das war der Traumberuf und die eigentliche Berufung. Reiner Feldmann studierte Botanik, Zoologie, Geografie, Germanistik, Philosophie und Pädagogik an den Universitäten Münster und Innsbruck. „Es war im Studium kaum möglich, Biologie und Deutsch unter einen Hut zu bekommen. Eine solche Kombination war mir sehr wichtig, aber im Grunde war sie nicht vorgesehen.“

1958 legte er sein erstes, 1960 sein zweites Staatsexamen ab. Die Promotion erfolgte im Jahr 1962. Wenige Monate später kam zum Traumberuf die Traumschule, das Walram-Gymnasium: „Ich bin mein ganzes Leben immer sehr ortstreu gewesen.“ Obwohl er 1970 am Walram zum Studiendirektor und Fachleiter ernannt wurde, kam es zu einer bedeutenden Wendung. Aber nicht einmal aus eigener Initiative. Denn Reiner Feldmann fühlte sich stets als Schulmeister mit Leib und Seele.

„Am liebsten habe ich mit Sextanern und Quintanern und dann wieder mit Primanern gearbeitet. Das war sehr erfüllend.“ Dem Ruf der Landesregierung und der deutlichen Aufforderung, sich zu bewerben, mochte sich Reiner Feldmann nicht entziehen. So wurde er letztlich Regierungsschuldirektor im Bereich des Regierungsbezirks Arnsberg. Folge: Der ehemalige Walram-Schüler und -Lehrer war plötzlich auch für seine ehemalige Schule verantwortlich.

Vom Lehrer zum Professor

Parallel zur enorm beanspruchenden Tätigkeit erhielt Reiner Feldmann im Jahr 1982 einen Lehrauftrag der Bergischen Universität Wuppertal. In wissenschaftlichen Kreisen hatte sich längst herumgesprochen, dass der Bösperder zu den weithin größten naturkundlichen Kennern gehörte und zudem als Pädagoge einen Top-Ruf genoss. Reiner Feldmann erinnerte sich gern auch an diesen Lebensabschnitt: „Es war sehr schön mit den Studierenden zu arbeiten.“ Im Jahr 1991 wurde er zum Professor ernannt. Noch heute schwärmen Generationen von Ex-Walram-Schülern und -Studenten vom ­einstigen Lehrmeister.

Für seine überaus großen Verdienste – vor allem auch als ehrenamtlich tätiger Forscher – erhielt er im Jahr 1986 das Bundesverdienstkreuz. Der Ruhestand im Jahr 1995 war ein eher formaler Akt. Denn fortan konnte sich Reiner Feldmann ohne Beschränkung weiteren Forschungen widmen. Für das Gemeinwohl hatte er sich ohnehin seit geraumer Zeit ins Zeug gelegt. Zum Beispiel mehr als 30 Jahre an verantwortlich Stelle im Museumsverein Menden.

Nicht minder engagiert war während all der Jahre seine Frau Irmgard im Bereich der Caritas. Sie gilt in Menden als Mutter der Suppenküche.

Reiner Feldmann empfand es als besondere Ehre, dass er im Februar vergangenen Jahres als Festredner zum Jubiläum 100 Jahre Walram-Gymnasium eingeladen worden war. Eine Herzensangelegenheit sind auch weitere Forschungen. Davon profitieren sogar WP-Leser. Als Gastautor steht der Name Reiner Feldmann für profunde naturkundliche Beiträge. Nicht nur dafür auch weiterhin eine gute Feder im Namen der WP--Leserfamilie und die besten Wünsche zum 80. Geburtstag.

EURE FAVORITEN