Drei Frauen, die etwas zu sagen haben

Rebecca Engelbert
In einer großen Stadt gehen die Menschen verloren. Hier ist das nicht  so“, sagt Mari-Liis Orav (links), die mit Franziska Maier (Mitte) und Andreia Gemma Morari die Spitze des Jugendparlaments bilden.  Foto: Martina Dinslage
In einer großen Stadt gehen die Menschen verloren. Hier ist das nicht so“, sagt Mari-Liis Orav (links), die mit Franziska Maier (Mitte) und Andreia Gemma Morari die Spitze des Jugendparlaments bilden. Foto: Martina Dinslage
Foto: WP

Menden. Sie sind jung, hübsch und haben alle eine wichtige Position im Europäischen Jugendparlament – absolute Frauenpower. Franziska Maier ist die Vorsitzende des Europäischen Jugendparlamentes. Sie kommt aus Stuttgart und ist zum ersten Mal im Sauerland: „Ich finde es sehr beeindruckend, wie die Stadt uns unterstützt. Es war sehr leicht, Firmen zu finden, die uns etwas über sich erzählen. Wir haben auf jeder Sitzung immer etwas besonderes und hier ist es so, dass die Menschen uns gegenüber sehr offen sind.“

Ernste Themen – und Spaß

Die Präsidentin dieser Sitzung, Mari-Liis Orav aus Estland, bezeichnet Menden als den perfekten Platz für das Internationale Summer Forum des Jugendparlamentes. „In einer großen Stadt gehen die Menschen verloren. Hier ist das nicht so. Die Mendener sind alle sehr herzlich und interessieren sich sehr für unsere Arbeit.“ Andreia Gemma Morari aus Rumänien ist die dritte in dem Gespann. Sie ist die verantwortliche Redakteurin für die eigene Zeitung des Summer Forums. „Es ist manchmal sehr anstrengend. Man bekommt wenig Schlaf, und oft sitzt man ganz allein vor dem Laptop und berichtet von dem Tag. Aber die vielen Leute hier und die Arbeit mit den anderen Journalisten entschädigen für diese Tatsachen.“

Die drei Frauen sind sich einig, dass es sehr wichtig ist, dass sich Menschen so früh wie möglich mit Themen wie Politik und Wirtschaft auseinandersetzen. „Wir stellen die Themen hier so vor, dass es für alle interessant ist. Es sind zwar alles sehr komplexe Inhalte, aber wir verbinden das Ganze mit spaßigen Elementen, so dass es für alle leichter zu verstehen ist“, so die Vorsitzende Franziska Maier. „Seitdem ich zum Europäischen Jugendparlament gehöre, verstehe ich die europolitischen Diskussionen alle viel besser. Vorher war ich kaum in der Lage, mich ausführlich zu diesen Dingen zu äußern“, ergänzt sie.

Auch die Präsidentin Mari-Liis ist überzeugt von dem Konzept des Jugendparlamentes: „Durch die Technik, die wir benutzen, bekommen die Jugendlichen einen guten Zugang zu den Themen. Schritt für Schritt können sie sich dem Ganzen nähern, das ist sehr wichtig. So können sie es alle auf ihre eigene Art und Weise verstehen.“

Motivierter in Heimatländer

Dass die Jugendlichen nach den Diskussionen auf der Sitzung viel motivierter nach Hause gehen, davon ist Redakteurin Andreia überzeugt. „Wenn sie sich mit den Themen intensiv beschäftigt haben, können sie viel aktiver in ihren Heimatländern werden.“ In sogenannten Ausschusssitzungen diskutieren die Jugendlichen diverse Themen rund um Europa. Zusammen versuchen sie anschließend eine Lösung zu finden. Erstaunt über die kreativen Vorschläge der Jugendlichen ist Franziska Maier. „Ich habe das vorher gar nicht so erwartet. Aber vor allem der Besuch in den ortsansässigen Firmen gibt den Teilnehmern neue Denkanstöße.“ Aber auch die unterschiedliche Herkunft der Teilnehmer und das persönliche Umfeld tragen laut Mari-Liis Orav zu den unterschiedlichen Meinungen der jungen Leute bei. „Es erstaunt mich immer wieder, was für eine wichtige Rolle das persönliche Umfeld der Jugendlichen spielt.“