Diskussion über Camper-Stellplätze

Fröndenberg.  Familie Fischer wird Fröndenberg in schöner Erinnerung behalten. „Der Stellplatz war zentral gelegen“, sagt Familienvater Lutz. Der Kasseler erinnert sich: „Wir haben abends noch an der Ruhr gelegen. Allerdings war es nachts schon recht einsam.“ Der Stellplatz hinter dem Rathaus ist für Wohnmobilfreunde, die an der Ruhr unterwegs sind, erste Anlaufstelle auf dem Stadtgebiet. Camping ist am Wochenende erlaubt. Wenig komfortabel. Aber gratis.

Die Stadtverwaltung will jetzt für ein wenig mehr Luxus auf den Stellflächen sorgen. Es soll bald einen Anschluss für Frischwasser und eine Entsorgungsstation für Abwasser geben. Das sind alle paar Tage sozusagen die zwei wichtigsten Grundbedürfnisse für Wohnmobilcamper. Die mittlerweile hochmodernen Gefährte sind oft mit allerhand Schnick-Schnack ausgestattet. Strom kommt meist von leistungsstarken Akkus oder wird mit einem Generator erzeugt.

Die CDU tritt etwas auf die Bremse. Man begrüße ausdrücklich den zusätzlichen Service, heißt es in einer Stellungnahme der Fraktion. „Jedoch halten wir den Stellplatz an sich für nicht gut gewählt.“ In der Nähe der stark befahrenen Kreuzung gebe es wenig Aufenthaltsqualität. Die heruntergelassenen Rollläden des Rathauses seien am Wochenende auch kein schöner Anblick. „Das ist nach Meinung der Wohnmobilisten in unserer Fraktion kein ansprechender Standort.“

„Wohnmobilisten“ protestieren

Zu den christdemokratischen „Wohnmobilisten“ gehört Bettina Hartwig-Labs. Sie regt an, den Stellplatz in eine „ansprechendere Umgebung“ zu verlegen. Die CDU schlägt einen Standort an der Ruhr vor, „wo die Touristen einen adäquaten Ausblick haben“. Eine Alternative sei ein Platz an der Wilhelm-Feuerhake-Straße.

Aus Sicht der CDU-Wohnmobilexpertin gibt es dann auch bei der Gestaltung der Fläche etwas zu verbessern: „Wir schlagen vier Stellflächen, realistischerweise für Wohnmobile bis zu neun Metern Länge, vor. Um den Platz für Fröndenberg auch lukrativ zu machen, empfiehlt sich ein Parkscheinautomat sowie eine Stromsäule, die mit einer Münzeinwurfautomatik funktioniert.“

An einem neuen Standort gäbe es mehr Flexibilität für die Nutzer: Bei Veranstaltungen wie dem Frühlings- oder Bauernmarkt sind am heutigen Standort meist sämtliche Parkflächen von Autos belegt. Die Freigabe nur fürs Wochenende ist für Wohnmobiltouristen eher unattraktiv. Für Familie Fischer, die via Facebook mit der Redaktion in Kontakt steht, wäre das begrüßenswert. Am wichtigsten sei aber nur eine Sache: „Die Ruhr darf nicht zu weit weg sein.“

 
 

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