Die Seelenreinigung des Autors Bodo Janssen

Laura Leser
Dicke Luft auf der Wilhelmshöhe: Bestseller-Autor Bodo Janssen erzählt, wie er seine Art mit Menschen umzugehen geändert hat. Trotz der stickigen Luft, kamen 400 Zuschauer.
Dicke Luft auf der Wilhelmshöhe: Bestseller-Autor Bodo Janssen erzählt, wie er seine Art mit Menschen umzugehen geändert hat. Trotz der stickigen Luft, kamen 400 Zuschauer.
Foto: WP
Hotel-Chef und Bestseller Autor Bodo Janssen erzählt auf der Wilhelmshöhe, wie er sein Leben änderte – und eine Schule in Afrika baute.

Menden.  Angelehnt an sein Buch „Die stille Revolution: Führen mit Sinn und Menschlichkeit“ erklärte Hotelinhaber und Bestseller-Autor Bodo Janssen am Dienstagabend auf der Wilhelmshöhe, wie er seine Unternehmensführung verändert hat, um die Zufriedenheit seiner Mitarbeiter zu verbessern. Rund 400 Zuschauer folgten der Einladung der Buchhandlung Daub, der Sparkasse und des Initiativkreises Mendener Wirtschaft.

Bodo Janssen ist Inhaber der Hotelkette Upstalsboom, deren Häuser an der Nord- und Ostsee sowie in Berlin stehen. Nachdem sein Vater bei einem Flugzeugabsturz ums Leben kam, musste er in jungen Jahren die alleinige Hotelleitung übernehmen.

Dies verlief – sieht man nur auf die Umsätze – gut, doch die Zahl der Kündigungen und die Unzufriedenheit der Mitarbeiter stieg. Es folgten radikale Veränderungen und Janssen erklärte, was er gemacht hat, um einen neuen Weg einzuschlagen.

Video gezeigt

Zu Beginn zeigte der 42-Jährige ein Video, in dem seine Mitarbeiter zu Wort kamen und das die Erfolge der Änderungen in Zahlen ausdrückte. Durch das veränderte Konzept sei die Mitarbeiterzufriedenheit um 80 Prozent gestiegen und die Krankheitstage seien rapide gesunken. Auch die Umsatzzahlen haben sich verdoppelt und die Kundenzufriedenheit sei auf 98 Prozent gestiegen.

Ein Lachen ging durch die Reihen, als Bodo Janssen offen und ehrlich beschrieb, wie lange er jeden Morgen vor dem Spiel stand. Der 42-Jährige dachte damals, er sei da angekommen, wo er immer sein wollte. „Ich hatte ein Selbstbild, das nicht ansatzweise Platz in diesem Raum gefunden hätte“, erzählt der Buchautor schmunzelnd. Dieses Bild sei durch eine Mitarbeiterbefragung erschüttert worden. Denn ein Mitarbeiter schrieb auf die Frage: „Was brauchen Sie, um besser arbeiten zu können?“ die Antwort: „Einen besseren Chef als Bodo Janssen“. Diese Aussage und die Umfrageergebnisse haben ihm den Boden unter den Füßen weggezogen.

Die Aussage von Anselm Grün: „Nur wer sich selbst führen kann, kann andere führen“, war für den Hotelleiter schließlich wegweisend. Er ging für anderthalb Jahre regelmäßig ins Kloster, um herauszufinden, was für ihn im Leben das Wichtigste und Wesentliche sei.

Die wichtigsten Leitbilder trugen die Mitarbeiter zusammen. Eine Mitarbeiterin habe festgestellt, dass die aufgestellten Leitbilder des Unternehmens überhaupt nicht mit den der Mitarbeiter übereinstimmen. Der Buchautor ließ sich damals darauf ein, die Leitbilder des Unternehmens neu zu bestimmen.

Publikum schließt die Augen

Alle im Publikum sollten einmal Aufstehen und die Augen schließen und sich nun genau in Richtung Südwest drehen. Nachdem die Zuschauer ihre Augen öffneten, schauten zwar einige in die gleiche, jedoch viele in unterschiedliche Richtungen. Jeder habe eine andere Vorstellung von dem gleichen Begriff. Dies sei auch das Problem, wenn es um Leitbilder innerhalb eines Unternehmens gehe. Jeder habe eine andere Vorstellung.

Die Mitarbeiter seien begeistert gewesen und ein persönlicher Traum von Bodo Janssen wurde zur Motivation für das ganze Team. Er wollte immer eine Schule in Afrika eröffnen. Die Mission für seine Angestellten: Bei einem Platz unter den Top fünf der besten Arbeitgeber würden sie zusammen eine Schule in Afrika bauen. Dazu mussten alle Mitarbeiter es schaffen, die ausgesuchten Werte auch umzusetzen.

Auf dem Kilimandscharo

Bodo Janssens Ziel wurde verwirklicht. Durch die Erlebnisse in Afrika haben auch die Mitarbeiter das Gefühl bekommen, etwas erreicht zu haben. Mit Auszubildenden bestieg der Hotelunternehmer den Kilimandscharo. Denn er wollte ihnen zeigen, dass jemand an sie glaubt und was sie alles in der Lage sind zu schaffen.

Mit ungewöhnlichen Methoden schaffte es Bodo Janssen innerhalb weniger Jahre, seine Mitarbeiterzufriedenheit zu steigern. Er zeigte ihnen den Sinn ihrer Arbeit und sie haben gelernt, an ihre eigenen Kräfte zu glauben.