Die Modenschau wird zur Hitzeschlacht

Michael Koch
Ganz in rot startete die Modenschau.
Ganz in rot startete die Modenschau.
Foto: WP

Menden. Welch ein absurdes Bild -- jedenfalls auf den ersten Blick. Mit Schal, Handschuhen und Wintermantel stehen die Damen auf der Bühne, und das bei 30 Grad im Schatten. Doch sie bekommen viel Applaus, denn es ist die Zeit der Modenschau von Brunhilde Rieber bei Menden à la Carte.

Und das ist für viele Besucher – oder besser gesagt für viele Frauen – ein Fixpunkt, egal wie das Wetter ist. Doch diesmal sind die Umstände extrem, die Sonne brennt wirklich erbarmungslos. Ob deshalb weniger Besucher gekommen sind? Schwer zu sagen. Vor der Bühne ist tatsächlich weniger los, dafür drängen sich die Massen an den Seiten im Schatten. Brunhilde Rieber und das Team rund um die als Charly Chaplin verkleidete Assistentin Claudia Hammerschmidt, verteilen sogar Sonnenhüte zum Schutz. Wäre es nicht so ein Aufwand gewesen, man hätte die Bühne Richtung Heilig-Geist-Kirche drehen müssen, denn da stehen die Menschen in Fünferreihen unter den Bäumen.

War es denn nun schlimm mit Handschuhen und Schal auf der Bühne? „Nein, die Sachen waren aus Kaschmir“, sagt Alexandra Latta. „Die sind auch bei Hitze gut zu tragen.“ Alexandra Latta steht zum ersten Mal als Model auf der Bühne. Der Kontakt kam über ihre Schwester Petra Köhler, im Beruf Leiterin der Grundschule Beckum, zustande, die schon mehrfach für Brunhilde Riebers Modenschau auf dem Laufsteg unterwegs war. Und auch deren Tochter Leonie war gestern dabei. Ein echtes Familienprojekt. „Von 18 bis 48 Jahren reicht die Altersspanne in meinem Model-Team“, sagt Brunhilde Rieber. Manche sind schon seit Jahren dabei, aber immer wieder spricht sie auch gezielt Kundinnen an. So wie Christine Schulte-Stratmann, die für ihre Silberhochzeit ein Kleid kaufen wollte – und sich nun am Samstag mit viel Freude auf dem Laufsteg wiederfindet. „Ich kann gar nicht sagen, nach welchen Kriterien ich das Team zusammenstelle, es muss einfach passen“, sagt Rieber.

Und diesmal hat es wieder gepasst. 14 Models, zehn Durchläufe – das heißt: Im Vorfeld müssen die Mendener Geschäftsfrau und ihr Team 140 verschiedene Outfits zusammenstellen. Und die schnellen Umkleiden müssen organisiert werden. Friseur Alessandro und das Kosmetikinstitut Lempa sind da ebenfalls eingebunden. „Viel Zeit zum Üben haben wir nicht.“

Zu sehen gibt es farbenfrohe und schicke Mode. Rot dominiert ganz am Anfang, dann variiert Sportliches mit feinster Abendgarderobe, Teures mit eher Günstigem. „Es muss alles in den Rieber-Stil passen“, sagt die Chefin. Natürlich auch das mit Pailletten besetzte Kleid, das als Finale gezeigt wird und das sie selbst kreiert hat. Schneiderin Susanne Deimel hat ihre Idee binnen dreier Tage umgesetzt. Eine Zuschauerin weiß auch, warum die Modenschau alljährlich solch ein Erfolg ist: „Die Models hier haben viel mehr Ausstrahlung als die Profis“, sagt Berthild Brunswicker.