Der Name „Polizei“

Die Infobroschüre „Polizei aktuell“ hat nichts mit Polizeianliegen zu tun.
Die Infobroschüre „Polizei aktuell“ hat nichts mit Polizeianliegen zu tun.
Foto: WP

Menden.. Es ging um viel Geld, das durch Anzeigenerlöse des Hochglanzmagazins „Polizei aktuell“ geflossen ist. Es geht aber auch um den guten Namen der Polizei.

Die Hoffnungen vieler Polizeibeamter war zunächst groß, „endlich mal ein Packende an eine dieser Geschichten“ zu bekommen. Irmgard Höhn, Leiterin des Kaufmännischen Berufskollegs in Menden, hatte am 30. September etwas genauer hingeschaut. Das Magazin „Polizei aktuell“ war in großer Zahl zur Verteilung an ihrer Schule abgegeben worden. Doch Höhn wunderte sich: „Fehler über Fehler bereits auf der Titelseite“. Sie schaltete umgehend die Kreispolizeibehörde ein. Es begann eine umfangreiche Recherchearbeit.

Nicht einmal drei Monate später offenbart sich die ganze Machtlosigkeit der Beamten, was in ihrem Namen so alles mit Fehlern gespickt veröffentlicht werden darf. Dietmar Boronowski, Pressesprecher der Kreispolizeibehörde, gestern gegenüber der WP: „Es gibt Ermittlungen wegen versuchten Betruges gegen eine Bochumer Firma.“ Nicht nur Boronowski bezweifelt, dass viel dabei herauskommen wird.

„Polizei aktuell“ war seinerzeit bundesweit erschienen. In der heimischen Region, so Boronowski, aber einzig am Kaufmännischen Berufskolleg in Menden aufgetaucht. Das mit so vielen Mängeln – auch inhaltlichen – versehene Magazin enthielt zahlreiche Farbanzeigen. Boronowski: „Es sah ja auf den Blick auch alles sehr authentisch und seriös aus. Da ist mit dem Namen der Polizei viel Werbung verkauft worden.“

Erfahrene Polizeibeamte und Juristen hatten bereits nach der Veröffentlichung des Sachverhaltes durch die WP orakelt: „Da wird man nicht viel machen können.“ An dieser ersten Einschätzung sollte sich auch nach genauer Prüfung nichts ändern: „Der Name Polizei ist rechtlich nicht geschützt.“ Es könnten also munter Heftnachfolger unter ähnlichen Formulierungen veröffentlicht werden. Ein Betrug müsste in jedem Einzelfall erst einmal nachgewiesen werden.

 

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