Debatte zu Bekenntnis der Josefschule Menden

Thomas Hagemann

Menden.  Bleibt die Josefschule Menden eine katholische Bekenntnisschule, oder wird diese Tradition angesichts der heutigen Vielfalt der Religionen in der Schülerschaft demnächst abgewählt? Diese Frage stellt sich, seit kürzlich Eltern aus der dritten Klasse bei den Kommunionvorbereitungen feststellten, dass von 28 Kindern nur noch 13 der katholischen Konfession angehören. „Insgesamt sind von 280 Kindern noch genau 47 Prozent katholisch“, sagte Schulleiter Ralf Beyer auf Anfrage der WP. Im ersten Jahrgang seien es sogar noch deutlich weniger.

Die Schulkonferenz vertrete die Meinung, „dass man sich aufgrund der Zahlen, die eine veränderte Lebenswirklichkeit deutlich machen, mit diesem Thema auseinandersetzen muss“, schrieb der Schulleiter in einem Elternbrief, der heute in den Briefkästen liegen soll.

Elternwille würde überall akzeptiert

Eine Umwandlung in eine Gemeinschaftsgrundschule könne nur auf Initiative der Eltern erfolgen, und zwar dann, wenn sich mehr als zwei Drittel aller Eltern dafür aussprechen. Allerdings werde noch im Herbst eine Neuregelung der Landesregierung erwartet, wonach 50,1 Prozent zur Entscheidung für oder gegen den Bekenntnisstatus ausreichen sollen.

Ralf Beyer, der als Leiter der Josefschule katholisch sein muss, will indes einer ideologisch aufgeladenen Debatte vorbeugen. Wie Dechant Jürgen Senkbeil oder das Erzbischöfliche Generalvikariat in Paderborn, mit denen er ebenso gesprochen habe wie mit Stadt- und Kreisverwaltung, würde auch er eine Elternentscheidung akzeptieren, wie immer sie ausfällt. Zugleich will Beyer, dass die Fragestellung öffentlich wird: „Es ist gegenüber Eltern, die ihr Kind bei uns anmelden wollen, nur fair, wenn sie wissen, dass wir zum Schulstart ihres Kindes möglicherweise keine katholische Schule mehr sind.“

Er selbst wisse um die Tradition und hänge auch daran. Zugleich sehe er Eltern anderer Glaubensrichtungen regelmäßig zusammenzucken, wenn er ihnen erklärt, dass ihr Kind auf jeden Fall zum Gottesdienst mit in die Vincenzkirche muss, dass jeden Morgen gebetet wird, dass ein Kreuz in der Klasse hängt und der Religionsunterricht verpflichtend ist. Gerade in der Innenstadt mit ihrem höheren Migrantenanteil sei man inzwischen die einzige Grundschule, auch daher rühre letztlich der Wandel. Auf der anderen Seite seien auch Gemeinschaftsschulen christlich geprägt: „Sie feiern auch Weihnachten oder St. Martin.“

Noch sei nicht klar, ob es zur Abstimmung der Eltern kommt, betonte Beyer. Falls ja, könne sie aber schon für das kommende Schuljahr 2015/16 ausschlaggebend sein.