Christine Westermann empfiehlt Bücher mit großer Freude

Anna Horstmann
Christine Westermann und Andreas Wallentin sind seit Jahren befreundet. Archivfoto: Marcel Näpel
Christine Westermann und Andreas Wallentin sind seit Jahren befreundet. Archivfoto: Marcel Näpel
Foto: Marcel Näpel
(ah) Christine Westermann ist bekannt als langjährige Moderatorin der Aktuellen Stunde und zu sehen an der Seite von Götz Alsmann bei „Zimmer frei“. Jeden letzten Samstag im Monat moderiert sie gemeinsam mit dem Inhaber der Buchhandlung Daub das WDR 5-Literaturmagazin „Bücher“. Am morgigen Dienstag, 6. Dezember, stellt Christine Westermann im Autorenherbstes um 19.30 Uhr auf der Wilhelmshöhe ihre Lieblingsbücher aus dem ablaufenden Jahr 2011 vor.

Menden. (ah) Christine Westermann ist bekannt als langjährige Moderatorin der Aktuellen Stunde und zu sehen an der Seite von Götz Alsmann bei „Zimmer frei“. Jeden letzten Samstag im Monat moderiert sie gemeinsam mit dem Inhaber der Buchhandlung Daub das WDR 5-Literaturmagazin „Bücher“. Am morgigen Dienstag, 6. Dezember, stellt Christine Westermann im Autorenherbstes um 19.30 Uhr auf der Wilhelmshöhe ihre Lieblingsbücher aus dem ablaufenden Jahr 2011 vor.

WP: Wie suchen Sie die Bücher aus, die Sie in Ihren Sendungen vorstellen?

Christine Westermann: Ich lese in Bücher rein, die mir interessant erscheinen. Wenn mich ein Buch nach 10, 20, 30 Seiten nicht gepackt hat, lege ich es beiseite. Im Schnitt sind es zwei, bei denen ich mich für eine Empfehlung entscheide. Manchmal mache ich den Fehler und falle auf die Lobhudeleien auf der Rückseite eines Buches herein. Ist mir vor kurzem bei einem Krimi passiert, der als „bester dänischer Krimi des Jahres 2011“ gelobt wurde. Nach drei Seiten war mir klar, was für ein Schund! Ich habe mich ordentlich geärgert, dass ich auf diesen blöden Verlagstrick hereingefallen bin.

WP: Und wann lesen Sie ein Buch zu Ende?

Westermann: Wenn es eine Kombi aus guter Geschichte und guter Sprache ist. Ich habe einen verlässlichen inneren Kompass. Es ist mir eine große Freude, gute Bücher zu finden und sie dann weiter zu empfehlen.

WP: Warum kommen Ihre Empfehlungen so gut an?

Westermann: Das müssen Sie die Leser fragen. Ich kann nur mutmaßen, dass ich den Geschmack vieler Leser treffe, weil sie spüren, die Westermann redet nicht drumherum, sondern urteilt mit Herz. Und ein bisschen Verstand. Ich mache Buchempfehlungen, damit die Hörer Lust aufs Lesen bekommen. Und die Lust sollten sie zuerst bei mir spüren.

WP: Zum Mendener Autorenherbst kommen Sie auf Einladung von Andreas Wallentin. Einmal im Monat moderieren Sie gemeinsam mit ihm das WDR 5-Literaturmagazin „Bücher“, wie ist der Kontakt entstanden?

Westermann: Bei einer Lesung in Menden habe ich ihn kennen gelernt, ich war mit einem meiner eigenen Bücher zur Lesung bei ihm. Wir hatten von Anfang an einen sehr guten Draht zueinander, haben den Kontakt aufrechterhalten. Andreas Wallentin hat sich immer mal wieder gemeldet, wenn er das Gefühl hatte, das ist ein Buch, das Leser finden soll. Als ich dann gefragt wurde, ob ich das Literaturmagazin von WDR 5 „Bücher“ moderieren möchte, war mir sofort klar, ich brauche dazu einen kompetenten Lese-Partner. Und das ist Andreas Wallentin. Wir haben einen ähnlichen Geschmack, aber manchmal hat er den etwas anderen Blick auf Bücher. Und das tut der Sendung sehr gut.

WP: In der Sendung nennen Sie Andreas Wallentin immer den „Buchhändler meines Vertrauens“. Ist er das auch?

Westermann:Natürlich, sonst würde ich das nicht sagen. Er ist ein Buchhändler aus Leidenschaft, der für seine Arbeit und seinen Beruf lebt. Es ist schön zu sehen, mit welcher Freude er in die Sendung geht. Ich mache auch andere Sachen im WDR, aber die Sendung mit Andreas Wallentin ist für mich das Highlight des Monats. Vor den Sendungen treffen wir uns in einem Café, um uns abzusprechen. Es sind eher kurze Begegnungen, die meiste Zeit sprechen wir über unsere Bücher am Telefon. Trotzdem haben wir eine lebhafte und herzliche Verbindung, eine sehr gute Freundschaft, nicht nur eine Buchfreundschaft.

WP: Seit vielen Jahren kommen Sie nun schon nach Menden. Warum kommen Sie immer wieder?

Westermann: Ganz sicher, weil ich die Menschen in Menden mag, sie sind ein fröhliches und fachkundiges Publikum, ich habe immer das Gefühl, in einem großen Wohnzimmer zu sein. Ich fühle mich in einer vertrauten Umgebung. Und vorher gibt’s ein Pils und hinterher auch. Manchmal auch zwei.

WP: Als Gast bringen Sie den Krimi-Autor Jan Costin Wagner mit nach Menden. Warum fiel Ihre Wahl auf ihn?

Westermann: Er schreibt beeindruckende Romane, eine Mischung zwischen Krimi und Liebesgeschichte. Das erste Buch, das ich von ihm las – natürlich eine Empfehlung vom Buchhändler meines Vertrauens – war „Im Winter der Löwen“. Danach war ich an der Angel, habe keines seiner nachfolgenden Bücher ausgelassen. Sein aktueller Roman, den wir bei WDR 5 vorgestellt haben, heißt „Licht in einem dunklen Haus“. Andreas hatte die Idee, ihn nach Menden einzuladen. Ich freue mich sehr darauf, den Mann kennen zu lernen, von dem ich schon immer mal wissen wollte, ob er genauso melancholisch wie seine Bücher ist.