CDU wünscht sich Mutbürger statt Wutbürger

Thomas Hagemann
CDU-Neujahrsempfang auf der Wilhelmshöhe.
CDU-Neujahrsempfang auf der Wilhelmshöhe.
Foto: WP

Menden.  „Das Ehrenamt stärken, dem Ehrenamt danken!“ Unter diesem Motto begrüßte der Mendener CDU-Vorsitzende Sebastian Schmidt am Sonntagmittag zur Jahres-Auftaktveranstaltung der Union auf der Wilhelmshöhe rund 250 geladene Gäste. Darunter waren viele Vorstände Mendener Vereine, dazu Vertreter von Verbänden und Unternehmen. Angesichts des überfüllten Spiegelsaals erklärte Sebastian Schmidt die Veranstaltung schon vorab zum Erfolg. Mit Blick auf den aus Kostengründen erstmals ausfallenden Stadtempfang sagte er: „Jedes neue Jahr sollte mit einem würdigen Empfang begrüßt werden. Wir als CDU wollen diese Tradition fortsetzen!“ Dass so viele Mendener der Einladung gefolgt waren, wertete Schmidt als Beleg dafür, wie tief die Union in den heimischen Vereinen verwurzelt sei.

Förderung des Ehrenamtes

Der Mendener Fraktionschef Martin Wächter würdigte die unentgeltlich erbrachten Leistungen in den Vereinen. Die Union wolle sie durch Überlassung städtischer Räume und den Abbau von Bürokratie weiter fördern, erinnerte Wächter an die Irritationen um den korrekten Vogelbau der Schützen.

Auch dank des Ehrenamtes bleibe Menden kinder- und jugendfreundlich, sagte Wächter ungeachtet der Debatte um unterbesetzte Stadtteiltreffs: „Kinder- und Jugendarbeit gibt es eben nicht nur in städtischen Einrichtungen, sondern sogar überwiegend in den Vereinen.“ Ausdrücklichen Dank sagte Wächter allen Mendenern, die stille Hilfe leisten, indem sie zu Hause ihre pflegebedürftigen Angehörigen versorgen. Angesichts der prekären Finanzen gehe es heute mehr ums Machen als ums Fordern. „Bei aller berechtigten Kritik: Ich wünsche mir mehr Mutbürger als Wutbürger!“

Als Referentin des Tages folgte die Landtagsabgeordnete Christina Schulze Föcking. Die Ostwestfälin erinnerte mit scharfer Kritik an der rot-grünen Landesregierung daran, dass am 25. Mai 2014 Kommunal- und Europawahlen anstehen. Es sei ungerecht, dass das Land NRW bei den Schlüsselzuweisungen an Städte und Gemeinden heute für jeden Einwohner im ländlichen Raum nur 281 Euro überweise, für jeden Großstädter aber 500.

Bevormundung

Schulze Föcking stellte den „Veggie-Day“ und Widersprüche beim Nichtraucherschutz („Man darf ungestraft Marihuana besitzen, aber drinnen keine Zigarette rauchen!“) als unsinnige Bevormundungspolitik von SPD und Grünen in Düsseldorf dar. Zum Ehrenamt erklärte sie schließlich, es werde angesichts einer älter werdenden Bevölkerung mehr denn je gebraucht.

Zu den Ehrengästen zählte gestern die Bundestagsabgeordnete Christel Voßbeck-Kayser aus Altena und der Iserlohner Landespolitiker Thorsten Schick, der auch Vorsitzender der CDU Mark ist. Er sprach ein kurzes Grußwort und zeigte sich erstaunt über den Andrang auf der Wilhelmshöhe. Mit Detlef Seidel aus Werdohl war auch der CDU-Fraktionsvorsitzende aus dem Lüdenscheider Kreistag gekommen. Die Mendener Farben vertraten neben den Vereinsvertretern Rudolf Weber als stellvertretender Bürgermeister, Heinz Schulte, Sprecher des Initiativkreises Mendener Wirtschaft (IMW), dazu für die Sparkasse der Vorstandsvorsitzende Dietmar Tacke aus Hemer, für die Mendener Bank Bernd Reichelt und für die Märkische Bank Martin Weber.

Am Rande der Veranstaltung, die bis in den frühen Abend andauerte, äußerten Gäste mehrfach ihr Unverständnis über die Aufgabe des städtischen Jahresempfangs.