Brexit macht Wirtschaft Kummer – EJP gibt Hoffnung

Business at Lunch in Menden: Die Veranstaltung war gut besucht.
Business at Lunch in Menden: Die Veranstaltung war gut besucht.
Foto: Jürgen Overkott
Mendens Wirtschaftstreff „Business at Lunch“ feiert Zehnjähriges. Dabei wurde handfest diskutiert – dem Europäischen Jugendparlament sei Dank.

Menden.. Der Saal war voll, das Interesse groß. Kein Wunder: Der Mendener Wirtschaftstreff „Business at Lunch“ feierte sein Zehnjähriges. Zur Feier des Tages hatte der Initiativkreis Mendener Wirtschaft (IMW) Mitglieder des Europäischen Jugendparlamentes ins Forum der Märkischen Bank eingeladen. Europa war am Mittwochmittwoch keineswegs ein Thema, das mit unverbindlichen Nettigkeiten abgehandelt wurde. Im Gegenteil: Mendens Wirtschaft steht unter dem Eindruck des Brexit-Schocks.

Die Bühne überließ Hausherr Hermann Backhaus – der IMW-Vorsitzende Andreas Wallentin und sein Stellvertreter Martin Weber hielten sich Hintergrund – nach kurzer Einführung dem Chef-Organisator des internationalen Jugendtreffens: Simon Brüning aus Menden.

Die nächste Generation der Macher

Der Mittzwanziger verkörpert die nächste Generation der Macher – ganz gleich, ob der Absolvent der TU Dortmund einst in der Politik landet oder aber in der Wirtschaft. Der Mendener sprach frei, setzte Fakten wohldosiert ein, ließ Bilder sprechen, warb für seine Gruppe und nicht zuletzt für sich selbst. Die junge Generation, so lautete die unausgesprochene Botschaft, ist kommunikativ. Sie glaubt an Charme und Überzeugungskraft. „Das EJP“, so lautete Simon Brünings Credo, „lebt von Emotionen.“ Die Zustimmung der umworbenen Gruppe wird zumindest angestrebt. Simon Brünings beeindruckender Auftritt wurde – wenig überraschend – mit warmem Applaus belohnt.

Anschließend machte EJP-Förderer Ernst Schulte von ECO Schulte klar, warum er die jungen Leute mit viel Herzblut und viel Geld fördert. Erstaunlich bezifferte der ECO-Seniorchef die Kosten des Projekts. Sie liegen demnach zwischen 60 000 und 70 000 Euro, aufgebracht von der heimischen Wirtschaft.

Große Zustimmung war ihm sicher

Das Geld ist offensichtlich gut angelegt. Immerhin kommen die 150 Teilnehmer des EJP aus 28 Ländern, darunter auch aus der Türkei und Armenien. Die jungen Leute zwischen 16 und 21 sollen in lockerer Atmosphäre harte Arbeit leisten. Ernst Schulte freut sich auf die Vollversammlung der EJP-Teilnehmer in der Fahrzeughalle der Stadtwerke. Er machte keine Hehl daraus. dass ihm eine Diskussion unterm Zeltdach lieber gewesen wäre.

Viele Fragezeichen

Harte Arbeit liegt auch vor den Europa-Freunden. Das weiß Ernst Schulte. Die Lage der EU nach dem Brexit sei „mehr als eine Krise“. Wer den europäischen Gedanken neu beleben wolle, müsse „Menschen ansprechen, die sehr große Fragezeichen haben“.

Zugleich warb Ernst Schulte für mehr Zusammenarbeit der mittelständischen, oft familiengeführten Betriebe im nördlichen Sauerland. Die Südwestfälische Industrie- und Handelskammer (SIHK) in Hagen spielt dabei eine wichtige Rolle. Als Ziel benannte der ECO-Seniorchef, der Mittelstand möge in Europa stärker wahrgenommen werden als bisher. Große Zustimmung war ihm sicher.

 
 

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