Blutwurst und Bier im Akkord auf der Schützenversammlung

Sophia und Lena (beide 25) bringen Brötchen und Würstchen zu den Tischen.
Sophia und Lena (beide 25) bringen Brötchen und Würstchen zu den Tischen.
Foto: Tobias Schad
Der BSV Halingen stemmte die Bundesversammlung des Sauerländer Schützenbundes mit 1000 Gästen. Fast alle Vereinsmitglieder waren auf den Beinen.

Halingen..  Schon wieder eine Blutwurst zerlegt. Sophia Severin steht seit 11 Uhr morgens an der Wurstschneidemaschine. Die 69-Jährige wirft eine Scheibe nach der anderen sanft auf die Platte. Die Teller wandern zur Weiterverarbeitung in die Küche. Dort belegen Schützenfrauen an diesem Tag tausende Brötchenhälften für die Männer. Die Delegierten auf der Bundesversammlung des Schützenbundes haben ordentlich Hunger.

Für den Halinger Bürgerschützenverein als Gastgeber ist an diesem Samstag Großkampftag angesagt. 50 Offiziere und 30 Frauen (und Freundinnen) schieben Getränkewagen durch die bestuhlte Sporthalle. Die Veranstalter zählen etwa 1000 Gäste aus der größten deutschen Schützenorganisation. Diese wollen den Tag über versorgt werden. Auch draußen ist Einsatz gefragt. Da weisen freiwillige Helfer der Feuerwehr ankommende Gäste beim Parken ein.

„Die Bundesversammlung hat beschlossen, dass wir diese Versammlung ausrichten“, sagt Geschäftsführer Ulrich Drolshagen. Für den Verein, der schon 2008 den kompletten Bund nach Halingen holte, ist die Gastgeberrolle eine Ehre. Die Einnahmen lassen den Schützen außerdem etwas Luft beim Planen anderer Feste.

Vorne auf dem Podium tagt währenddessen der komplette Vorstand des Sauerländer Schützenbundes. Mittendrin auch Andreas Bemborn, der Vorsitzende des Halinger Bürgerschützenvereins. Er nutzt seine Rede für ein Lob aufs Schützenwesen und zählt die kommenden Feste und Feiern seines Vereins auf. „Anhand dieses Terminkalenders kann man sehen, dass unser Verein lebt.“

Fleige punktet bei den Schützen

Aus der Reihe der Grünröcke auf dem Podium sticht Bürgermeister Volker Fleige im leuchtendblauen Sakko heraus. Der oberste Repräsentant der Stadt lockt nach dem Werbeblock („Menden – eine Stadt zwischen Tradition und Moderne“) die Schützen aus der Reserve. Seine launige Rede zum Abschied des Mendener Obersts Karl Jansen bringt die Schützen zum Lachen und SPD-Mann Fleige auf erklärt konservativem Boden deutlichen Applaus ein.

Die Offiziersfreundinnen Sophia und Lena (beide 25) schieben unterdessen einen Wagen mit Brötchenhälften und Würstchen durch die Reihen, die ausschließlich mit männlichen Delegierten besetzt sind. „Die sind alle ganz handzahm“, sagt Sophia auf Nachfrage mit einem Augenzwinkern. „Wir haben ja Essen und Getränke.“ Ein 82-Jähriger („noch ganz fit“) fordert dann doch Sophia zum Tanzen auf. Die junge Frau lehnt ab. Es ist noch viel zu viel zu tun.

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