Bis zu 500 Asylbewerber im ehemaligen Krankenhaus in Wimbern

Das ehemalige Marienkrankenhaus Wimbern soll Asylbewerberunterkunft werden.
Das ehemalige Marienkrankenhaus Wimbern soll Asylbewerberunterkunft werden.
Foto: WP
Im ehemaligen Krankenhaus in Wimbern soll eine zentrale Unterkunft für bis zu 500 Asylbewerber eingerichtet werden. Das hat die Landesregierung wohl ohne Beteiligung betroffener Kommunen entschieden. Im Mendener Rathaus wusste man von dem Vorhaben nichts, die Gemeinde Wickede hegt Bedenken gegen die neue Nutzung des Hospitals.

Menden/Wimbern.. Dass die Landesregierung im Komplex des geschlossenen Marien-Krankenhauses Wimbern eine zentrale Unterkunft für bis zu 500 Asylbewerber einrichten will, hat sie offenbar ohne Beteiligung betroffener Kommunen entschieden. Die Pläne waren bis Freitag im Mendener Rathaus nicht bekannt, wie Bürgermeister Volker Fleige bestätigte, und die Gemeinde Wickede hegt sogar Bedenken gegen die neue Nutzung des Hospitals.

So stehen dem Asylbewerberheim mit bis zu 500 Bewohnern nur etwa 1 000 einheimische Bürger im Ortsteil Wimbern gegenüber – zu dem der Gebäudekomplex rund um das ehemalige Krankenhaus gehört. Viele Wimberner und auch Wickeder hätten Angst vor einer solchen Konzentration von Flüchtlingen im ländlichen Raum, erklärte Wimberns Ortsvorsteher Edmund Schmidt gestern im Gespräch mit unserer Zeitung. Vor allem, weil es negative Berichte von ähnlichen Einrichtungen mit solch konzentrierten Menschenmengen mit Migrationshintergrund gebe. Die erneute Verschleierungstaktik der Hospital-Holding als Eigentümerin, die schon für ihre Öffentlichkeitsarbeit im Zuge der Schließung des Marien-Krankenhauses kritisiert worden war, sorge dafür, dass Bürger aufgebracht sind.

Verwunderung herrsche bei vielen Bürgern auch darüber, dass die Hospital-Holding das mit Steuermitteln geförderte Haus nun eventuell für eine beträchtliche Geldsumme an den Staat vermieten könnte, um erneut Mittel der öffentlichen Hand abzukassieren.

Ängste der Bürger soll nicht von rechten Gruppen genutzt werden können

Damit diese Ängste nicht von rechten Gruppen genutzt werden können und keine Neo-Nazis auf den Protestzug aufspringen können, plant der vor Kurzem gegründete Verein „Dorf Wimbern“ bereits für den kommenden Mittwoch ab 19.30 Uhr eine Informationsveranstaltung in der Wimberner Schützenhalle. Dazu hat der Verein auch Verantwortliche der Bezirksregierung Arnsberg eingeladen, die die Landespläne als ausführende Behörde umsetzen soll und nun aus erster Hand über den Stand der Dinge und mögliche Planungen berichten soll.

Bereits jetzt ist durchgedrungen, dass vermutlich Flüchtlinge aus Syrien und Afghanistan in das ehemalige Krankenhaus einquartiert werden sollen, nachdem dieses zum Jahresende 2011 geschlossen wurde. Aus diesen beiden Ländern kommen derzeit vergleichsweise viele Menschen nach Nordrhein-Westfalen.

Vorerst wird über eine Nutzungsdauer von fünf Jahren gesprochen

Wann der Hospitalkomplex zur Flüchtlingsunterkunft werden wird, und ob er dazu umgebaut werden muss, werden auch die nun anstehenden Vertragsverhandlungen zwischen Land und Hospital-Holding ergeben. Im Gespräch ist derzeit eine Nutzungsdauer von vorerst fünf Jahren.

Mendens Bürgermeister Volker Fleige sah sich gestern noch nicht in der Lage, die Landespläne umfassend zu kommentieren. Dafür sei die Nachricht noch zu frisch gewesen. Das Für und Wider müsse nun mit den Fachleuten im Hause erörtert werden. „Ich persönlich habe meine Probleme mit dieser Art von Ghettoisierung“, räumte Fleige ein, „zumal in einer Gegend, die derlei Probleme nicht kennt und darauf nicht vorbereitet ist“.

Diplomatischer drückt sich Landtagsabgeordneter Eckhard Uhlenberg (CDU) aus, der ebenfalls erst am Freitag von den Plänen der Landesregierung erfahren hatte und dann selbst Wickedes Bürgermeister Hermann Arndt informiert hatte. Man könne nicht generell „Nein“ zu diesem Plan sagen, wobei die Entscheidung der Landesregierung seiner Ansicht nach ohnehin unumstößlich für Wimbern als Standort gefallen sei: „Es geht jetzt darum, dass alle Beteiligten ein gutes Konzept erarbeiten. Und dass die Kommunen besser informiert werden als bisher“.

 
 

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