Betrugsbrief kommt per Nachnahme

Pia Maranca
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Lendringsen. Die Sommerferien scheinen eine beliebte Zeit für Betrüger zu sein. Jetzt hat es erneut Senioren aus Lendringsen getroffen. Das Perfide an dieser Masche: Der Gewinnbrief kommt per Nachnahme, die Gebühr muss direkt beim Postboten bezahlt werden.

Das betroffene Ehepaar, 73 und 74 Jahre alt, war zu diesem Zeitpunkt nicht zu Hause. Der Sohn öffnete dem Briefträger die Tür und bezahlte die 89 Euro Nachnahme-Gebühr. „Er hat gedacht: Mama hat etwas bestellt, das wird wohl seine Richtigkeit haben“, schildert der 74-Jährige.

Als das ältere Ehepaar nach Hause kam, wunderte es sich. Die Lendringser öffneten den Umschlag. Dieser enthielt eine Serienbrief der HK-Vermittlung aus Dorsten: Für den Pauschalbetrag von 87 Euro wird der Empfänger angeblich „vollautomatisch jeden Monat an den lukrativsten und gewinnreichsten Supergewinnspielen angemeldet“. Mit der Annahme des Schreibens erklärte sich der Empfänger bereit, an dem Gewinnspiel teilzunehmen, heißt es weiter. „Uns war sofort klar, dass das ein Betrug ist“, sagt der Mann. „Aber man kann ja nicht durch den Umschlag durchgucken.“

Der Lendringser versuchte, die Firma telefonisch zu kontaktieren. Die Nummer war auch gestern nicht erreichbar. Das Ehepaar hat jetzt Strafanzeige erstellt. Bei der Mendener Polizei war diese Betrugsmasche bislang noch nicht bekannt, so die Kreispolizeibehörde in Iserlohn.

In Internet-Foren ist das Vorgehen der HK-Vermittlung allerdings bereits negativ bekannt. Und auch die Kreispolizei im Rheinisch-Bergischen Kreis warnt dringend davor, Nachnahmezahlungen zu leisten, wenn der Absender der Brief- oder Paketsendung unbekannt ist und die Empfänger solcher Sendungen keine Ware oder ähnliches bestellt haben.

Versuche, die „HK-Vermittlung“ in Dorsten anzuschreiben, schlugen fehl, da die Firma unter der genannten Anschrift nicht existent ist. Eine betrügerische Absicht ist zu unterstellen, so die Kreispolizei aus dem Rheinisch-Bergischen Kreis.