Bekenntnisfrage kann Folgen für Schülerströme haben

Menden.  Sollte die jetzt einsetzende Diskussion an der Josefschule Menden um den Status als katholische Bekenntnisschule zur Umwandlung in eine Gemeinschaftsschule führen, dann könnte sich das in erheblichem Maße auf die künftigen Schülerströme auswirken – und zwar zu Gunsten der Josefschule und zu Lasten der Grundschule im Lahrfeld.

Heute erhalten Eltern von Grundschülern aus der Innenstadt, die ihr Kind an die städtische Grundschule im Lahrfeld schicken, noch die Fahrkarte von der Stadt, wenn der Schulweg länger als zwei Kilometer ist. Die Kommune überweist derzeit für alle Kinder und Jugendlichen jährlich rund 900 000 Euro an Fahrtkostenerstattungen an die MVG.

Wie hoch der Anteil fürs Lahrfeld ist, ließ sich gestern weder im Rathaus noch bei der MVG genau ermitteln. Fakt ist aber, dass die Fahrtkosten für die Innenstadtkinder ins Lahrfeld heute nur erstattet werden, weil die Bekenntnisschule eine andere Schulart als die Gemeinschaftgrundschule ist. Bei gleicher Schulart zahlt die Stadt die Fahrtkosten nur, wenn auch die nächstgelegene Schule mehr als zwei Kilometer vom Wohnort des Kindes entfernt liegt. Das bedeutet: Viele Eltern aus Menden, deren Kinder im kommenden Schuljahr 2015/16 ihre Schultüten erhalten, müssten für eine andere Schulwahl als die Josefschule die Fahrtkosten selber tragen – oder ihr Kind im Auto zur Schule bringen.

Nur in Lendringsen noch die Wahl

Genau ausgerechnet hat noch niemand, was das Ablegen des katholischen Bekenntnisses an der Josefschule für die Grundschullandschaft in Menden bedeuten würde. Denkbar wären aber Verluste für das Lahrfeld, wenn Eltern für den längeren Schulweg bezahlen müssten. Die derzeitige Elternschaft würde dies aufgrund von Bestandsschutzregelungen nicht unmittelbar treffen, alle folgenden Jahrgänge aber schon.

An der Josefschule ist zudem Platz für mehr Kinder als heute: Die sanierten Räume der Volkshochschule, die bekanntlich in die Westschule umgezogen ist, bieten hier noch einiges an Platz-Potenzial, wie Josefschulleiter Ralf Beyer bestätigte. Beyer betonte im Gespräch mit dieser Zeitung allerdings ausdrücklich, dass nicht etwa ein Anstieg der Schülerzahl das Motiv für die Bekenntnisfrage sei: Die Debatte sei von der Elternseite in Gang gekommen, weil katholische Kinder an der Josefschule inzwischen in der Minderheit seien (die WP berichtete).

Sollten sich die Eltern an der Josefschule zum kommenden Schuljahr gegen den Bekenntnisstatus entscheiden, wäre die Josefschule Lendringsen die einzig verbleibende katholische Grundschule in Menden. Dies, nachdem etwa die Westschule aufgegeben und die St.-Michael-Schule in Schwitten in einen Teilstandort des Lahrfeldes umgewandelt wurde. In Lendringsen gibt es indes noch die Wahl – zwischen Josef- und Bischof-Ketteler-Schule.

 
 

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