Beihilfe zum schweren Raub auf Spielothek in Menden - Angeklagte legen Geständnisse ab

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Sie hatten von reicher Beute geträumt, als sie gemeinsam am 15. Februar 2009 loszogen. 10 000 Euro hätten es ihrer Meinung nach beim Überfall auf die Spielothek an der Hauptstraße 2 ruhig sein dürfen. 350 Euro wurden es. Eingebracht hat es dem Haupttäter mehr als drei Jahre Haft. Und den drei vor dem Amtsgericht Menden Angeklagten den Vorwurf der Beihilfe zum schweren Raub und den von Falschaussagen beim Verfahren vor dem Landgericht Hagen.

Menden.. Das war am 15. Februar 2009 geschehen: Nach genauer Sondierung der Lage – „Die Luft ist rein“ – war Haupttäter B. um 23.50 Uhr in die Spielothek eingedrungen. Er zückte eine Gaspistole, verlangte von der Mitarbeiterin, dass sie den Tresor öffnen solle. Der war jedoch leer. Einzig 350 Euro Tageseinnahmen konnte B. erbeuten, bevor er floh.

Das Trio hatte am 17. Januar 2011 vor dem Landgericht noch große Übereinstimmung gezeigt. Die Männer beteuerten seinerzeit, keinerlei Kenntnis vom Raub gehabt zu haben. Sie hätten auch keinesfalls Hilfe geleistet. Auch bis gestern hatten sie sich in der Sache nicht mit einem Wort geäußert. Gleich zu Beginn der Verhandlung kam jedoch der Stein ins Rollen. Der einzige Mendener unter ihnen signalisierte, sich auf jeden Fall zum Sachverhalt äußern zu wollen. Und schon war die Allianz des Schweigens und der Zusammenhalt gekippt. Persönliche Äußerungen sollten jedoch nicht mehr erfolgen. Das überließen die Angeklagten komplett ihren Anwälten.

"Juristisches Verständigungsgespräch" ebnet Weg

Das von den Verteidigern erbetene „juristische Verständigungsgespräch“ ebnete den Weg. Denn das Schöffengericht unter Vorsitz von Amtsgerichtsdirektor Festersen signalisierte, unter Umständen Milde walten lassen zu können. Zwei vorbehaltlose Geständnisse von Zusammenarbeit bei Raub und Falschaussage waren die Folge. Gegen den Mendener Angeklagten, der zur Aussage bereit war, wurde unmittelbar das Verfahren abgetrennt. Es soll voraussichtlich im September neu aufgerollt werden.

Haftstrafen auf drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt

Die Brücken waren im Verständigungsgespräch gebaut worden. Gleichwohl ist es nunmehr für die beiden Angeklagten die letzte Chance. Denn sie sind bereits mehrfach mit kleineren Straftaten aufgefallen. Ihre Haftstrafen von einem Jahr und sechs Monaten bzw. einem Jahr und zehn Monaten sind auf drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt. Obwohl beide Geringverdiener sind, ersparte ihnen das Schöffengericht zudem eine Geldstrafe nicht. Jeweils 500 Euro, die aber auch abgestottert werden dürfen, sind zu zahlen.

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