Bahnhof-Abriss in Menden lohnt nur bei Neubau

Der Schandfleck Bahnhof Menden.
Der Schandfleck Bahnhof Menden.
Foto: WP

Menden.. 
Widerspruch aus Reihen der Albert-Erben in Sachen Bahnhof: Der Abriss sei keineswegs, wie von der Stadt dargestellt, an Differenzen innerhalb der Erbengemeinschaft gescheitert. Vielmehr liege es an technischen ­Problemen: Der Bahnhof lasse sich nur mit großem Aufwand abreißen, so Frank Albert. Das lohne nur, wenn gleich neu gebaut werde.

„Es gibt keine internen Differenzen innerhalb der Erbengemeinschaft“, so der in Österreich lebende Frank Albert im Gespräch mit der WESTFALENPOST. „Wir wollen ja, dass der Bahnhof verschwindet. Meine Halbgeschwister in Menden sicherlich noch mehr als ich in Österreich.“ Man sei sogar bereit, den Abriss allein zu stemmen – auch ohne den Vertrag mit der Stadt. Allerdings sei dies technisch nicht so einfach möglich und damit ineffizient, solange dort kein neues Gebäude gebaut werde.

Am Anfang habe sich alles ganz einfach angehört, aber nachdem man einen Experten eingeschaltet habe, hätten sich die Probleme gezeigt: Es hätte Schwierigkeiten mit dem Verfüllen und dem Zugang zu den Bahngleisen, der garantiert werden müsse, gegeben. „Da steckt keine Taktik hinter, aber wir konnten den Vertrag in der Form nicht unterzeichnen“, so Frank Albert. „So leid es uns auch tut, aber es war ein Effizienzproblem.“

„Investoren heiß machen“

Den Ärger der Mendener Bürger findet der Sohn des verstorbenen Peter Albert verständlich, er ist aber dennoch zuversichtlich, dass es schnell zu Bewegung am Bahnhof kommen werde. Dabei setzen die Albert-Erben offensichtlich nicht mehr auf die Testamentsvollstreckerin Dr. Gabriele Fricke und den Geschäftsführer Hubert Kuschel.

Diese, so Frank Albert, hätten zwar in den vergangenen Jahren zuverlässig gearbeitet. Nun habe er aber einen Bauexperten eingeschaltet, der sich um die Vermarktung des Bahnhofs kümmern solle. Der frühere Expansions-Chef der OBI-Baumarktkette verfüge über gute Kontakte in die Branche: „Er hat bereits mit einigen Investoren zusammengearbeitet, die er jetzt für den Bahnhof in Menden heiß gemacht hat. Dessen Lage ist ja gut.“ Albert glaubt auch, dass es schnell gehen kann: „Ich sehe einen realistischen Zeithorizont bis Ende des Jahres, in dem sich etwas bewegt.“

Dann wird die spannende Frage sein, ob die Pläne eines möglichen Investors in den Bebauungsplan für das Areal passen, den die Stadtverwaltung angeregt hatte und der derzeit seinen Gang durch die politischen Gremien nimmt. Das Ziel: Nicht mehr – wie bislang geschehen – einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan für einen Investor schmieden. Diese Versuche waren bislang nämlich immer an fehlenden politischen Mehrheiten gescheitert. Sondern vielmehr den Investoren vorgeben, was die Stadt auf dem Gelände zulässt.

 
 

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