Aus dem Kinder-Spielzeug wird ein Sportgerät

Alexandra und Christian Büse aus Halingen sind große Fans der Tretroller für Erwachsene. Die Roller gelten als Spielgerät und dürfen auch in der Mendener Fußgängerzone gefahren werden - anders als Fahrräder.
Alexandra und Christian Büse aus Halingen sind große Fans der Tretroller für Erwachsene. Die Roller gelten als Spielgerät und dürfen auch in der Mendener Fußgängerzone gefahren werden - anders als Fahrräder.
Foto: WP

Halingen.  Die Fußgängerzone bleibt weiterhin tabu für Fahrradfahrer – auch außerhalb der Geschäftszeiten. Das hatte der Ausschuss für öffentliche Sicherheit und Ordnung Anfang Oktober entschieden. Eine Alternative zur Fortbewegung auf Rädern in der Innenstadt ist der Tretroller. „Diese Roller mit Luftreifen gelten als Spielgerät und dürfen auch auf Gehwegen und in Fußgängerzonen fahren“, sagt Martina Potthoff vom Ordnungsamt.

Alexandra (46) und Christian Büse (53) sind Fans der Tretroller für Erwachsene. Für sie sind sie kein Spielgerät, sondern ein entspanntes Fortbewegungsmittel. Auf ihrem Hof Ammelt in Halingen möchten sie ein kleines Mendener Roller-Zentrum entwickeln. Hier wollen sie die Fahrzeuge verkaufen, sie zum Testen verleihen und vielleicht bald auch geführte Tretroller-Touren anbieten.

„Angefangen hat alles mit einem Go-Kart, das als Sport- und Spielgerät für die Kinder gedacht war“, erzählt Christian Büse. Mit mehreren Go-Karts machte die Familie Ausflüge. Auch die beiden Hunde, zwei große Leonberger, brauchen viel Bewegung: „Im Gespräch mit einer Bekannten bin ich dann auf das Thema Tretroller für Erwachsene gekommen“, sagt Christian Büse. Er las sich im Internet viele Informationen zum Thema durch und bestellte im Mai das erste Fahrzeug.

Jetzt stehen 13 unterschiedliche Modelle auf dem Hof, vom Cityroller mit einem Einkaufskorb am Lenker bis zum Trekkingroller, der mit seinen breiten Reifen und der Federung geländegängig ist. Der Tretroller erinnert von vorn stark ans Fahrrad, sein Vorderrad ist ähnlich groß. Anders als der kleinen Roller aus Aluminium hat der große Tretroller Bremsen für Vorder- und Hinterrad.

Alle paar Tritte das Bein wechseln

„Viele, die einen Tretroller ausprobieren, tun sich zunächst etwas schwer“, sagt Alexandra Büse. „Die Technik hat man dann aber schnell raus.“ Sie tritt kräftig ab und rollt los, alle drei bis zehn Tritte wechselt sie ihr Bein: „Es fühlt sich gut an, auch wenn es anstrengender als Radfahren ist“, sagt die 46-Jährige. „Viele fühlen sich auf einem Tretroller sicherer, weil sie immer Bodenkontakt haben.“ Etwa 30 km/h können Rollerfahrer auf ebener Strecke erreichen, über längere Strecken sind etwa 15 bis 25 km/h drin.

Noch scheint der Anblick der rollerfahrenden Erwachsenen in unserer Region ungewöhnlich zu sein: „Wir erregen häufig große Aufmerksamkeit“, sagt Alexandra Büse und lacht. Auf ihren Touren, die auch schon mal 30 Kilometer Länge haben, ist der Familie noch kein anderer Tretroller-Fahrer entgegen gekommen. Und auch auf dem Ruhrtalradweg, der fast direkt vor ihrer Haustür vorbeiführt, sind Roller bislang Mangelware: „In Holland ist der Tretroller für Erwachsene aber längst ein echtes Trend-Sportgerät“, sagt Christian Büse.

 
 

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