Auf Flucht getrennt, in Wimbern wieder vereint

Andreas Dunker

Wimbern.  Die Notunterkunft für Asylbewerber im ehemaligen Marien-Krankenhaus in Wickede-Wimbern bittet die Bevölkerung um Unterstützung. Für die Flüchtlingsfamilien aus Asien, Afrika, Arabien und Osteuropa benötige man noch dringend Bekleidung, Spielzeug, Kinderwagen und spezielle Stühlchen für Kleinkinder, erklärte Einrichtungsleiter Marco Plümper von der Bezirksregierung Arnsberg gestern. Derzeit seien in dem einstigen Hospital im Schnittpunkt der Kreise Soest, Märkischer Kreis, Hochsauerlandkreis und Unna vor allem viele Familien mit Kindern untergebracht, so Plümper.

Platz für 100 Personen

An diesem Wochenende sind es 58 Leute, die im Erdgeschoss des bislang leer stehenden Gebäudekomplexes untergebracht sind. Am Montag erwartet man weitere 39 Asylbewerber aus Unna.

Bis zu hundert Personen können bislang maximal in der Wimberner Notunterkunft untergebracht werden. Weitere Etagen sind im Umbau und müssen noch erst von Brandsachverständigen frei gegeben werden.

Am kommenden Dienstag und Freitag werden dann einige Menschen weitergeleitet und Platz für weitere Neuankömmlinge geschaffen. Denn die Standorte Bielefeld, Dortmund, Hemer und so weiter platzen derzeit aus allen Nähten. Sie sind hoffnungslos überbelegt.

Bis auf den negativen Vorfall am ersten Tag, wo ein 18-jähriger alkoholisierter Mann etwas Stress machte, gibt es keine negativen Vorfälle mehr. Marco Plümper zog vielmehr eine positive Bilanz gerade auch in Bezug auf das Miteinander mit den Nachbarn wie Kindertagesstätte und Senioren-Zentrum.

Probleme mit der neuen Asylbewerber-Unterkunft gab es übrigens auch aus Sicht der Kreispolizeibehörde Soest und des Wickeder Ordnungsamtes nicht – wie Sprecher der beiden Behörden erklärten. An einer Rangelei von Ausländern in der Wickeder Ortsmitte waren – entgegen anders lautenden Mutmaßungen – keine Bewohner der Wimberner Notunterkunft beteiligt.

Weiterer runder Tisch

Die bunte Mischung mit jeweils nur wenigen Personen aus einem Herkunftsland sowie die vielen Familien machte die Lage bislang unproblematisch, so Plümper. Als schwieriges Klientel seien alleinreisende junge Männer aus Nordafrika bekannt, die man bislang nicht so viel beherberge.

Am Montag soll es einen weiteren „runden Tisch“ mit allen Betroffenen aus der Gemeinde im Senioren-Zentrum Häuser St. Raphael geben.

Eingebunden werden sollen die Asylbewerber künftig bei Haus- und Gartenarbeiten, so Plümper. Für diese gemeinnützigen Tätigkeiten erhielten die Helfer rund einen Euro Stundenlohn. Wichtig sei bei den Maßnahmen aber vor allem, dass die Menschen sinnvoll beschäftigt würden.

Froh war man in Wimbern übrigens in dieser Woche über eine Familienzusammenführung. Ein Familie, die auf der Flucht getrennt worden war, fand wieder zusammen. Die Mutter und ihr knapp einjähriges Kind wurden nunmehr gemeinsam untergebracht. Die Frau stammt aus dem Irak, ihr Mann ist Syrer. Der Mann mit den Kindern der Familie wurde auf der Reise von der Frau getrennt. Nun sind bald alle wieder glücklich vereint.