Altaraufsatz nach 140 Jahren im Vincenz-Turm entdeckt

Bedeckt mit Staub wurde Schmitmann Retabel in einer Kammer des Kirchturms gefunden
Bedeckt mit Staub wurde Schmitmann Retabel in einer Kammer des Kirchturms gefunden
Foto: WP

Menden..  Es ist ein kulturhistorischer Glücksfall. Wennemar Schmittmann, ehemaliger Mendener Bürgermeister und Begründer der Mendener Kreuztracht im Jahr 1684, schenkte der Stadt einst ein Retabel (Altaraufaufsatz/Hochaltar). Das wertvolle Werk mit kostbarer Ornamentik überstand mehr als 140 Jahre völlig unbeachtet im Turm der St.-Vincenz-Kirche. Die aktuell gute Nachricht: Es kann sogar mit den Originalfarben wieder komplett restauriert und später in der Kirche aufgestellt werden.

Geld für Renovierung gesucht

Die Vincenz-Gemeinde benötigt jedoch erhebliche Hilfe der Bürgerschaft. Engelbert

Sauer, stellvertretender Vorsitzender des Kirchenvorstands: „Wenn wir seitens des Erzbistums Zuschüsse für das aufwändige Projekt erhalten wollen, müssen wir schnell tätig werden. Parallel zu den Sicherungsarbeiten am Kirchturm und weiteren großen Herausforderungen wird da natürlich ein Batzen Geld fällig, den wir als Gemeinde allein nicht aufbringen können.“

Experten wie Prof. Dr. Christoph Stiegemann, Direktor des Diözesanmuseums Paderborn, schwärmt: „Die Wiederauffindung des ehemaligen barocken Hochaltars kann als kleine Sensation gelten.“ Eine Sensation, die viel mit Zufällen zu tun hat. Martin Swora, Mitglied des Beier-Teams der Urpfarre: „Wie viele Menschen mögen – wie ich – im Turm an diesem Retabel vorbeigegangen sein und nichts von der Herkunft und vom Wert gewusst haben? Dr. Jan Richter war im Jahr 2003 im Zuge der Inventarisation des Kunstgutes von Kirchengemeinden im Erzbistum aufgefallen, welcher Schatz sich noch im Turm befand (die WP berichtete seinerzeit ausführlich). Der Mitarbeiter des Diözesanmuseums war im ersten Geschoss des Westturmes fündig geworden.

Jeder Keller wäre für eine Aufbewahrung Gift gewesen. Engelbert Sauer: „Da hätte das Retabel nie und nimmer einen derart langen Zeitraum überstehen können. In diesem Fall erwies sich die ungewollt lange Lagerung im Turm jedoch als Glücksfall.“ Das sahen und sehen auch die eingeschalteten Experten so. Prof. Stiegemann: „Zwar ist das Retabel in seinen verbliebenen Teilen nicht mehr vollständig, seine Substanz ist jedoch soweit bewahrt, dass der gesamte Aufbau in allen Teilen einwandfrei in seinen ursprünglichen Maßen rekonstruiert werden kann.“

Der Schatz, so die aktuellen Pläne der Gemeinde, soll nach der Restaurierung einen Platz in der Kirche an der großen Westwand des nördlichen Querungsarmes erhalten. Das ist jener Standort, an dem vor der großen Kirchenrenovierung die Orgel stand. Dabei gilt für das Erzbistum: Die Mendener Pläne werden ausdrücklich begrüßt. Zuschüsse in höhe von 50 Prozent gibt es jedoch nur, wenn möglichst bald und nachvollziehbar Maßnahmen eingeleitet werden.

Pfarrer Bernhard Brackhane wendet sich mit folgenden Worten an die Bürgerschaft: „Bitte leisten Sie einen Beitrag, ein weiteres Stück Geschichte unserer Stadt sichtbar zu machen und verantwortungsvoll für die nächsten Generationen zu bewahren.“

Drei Spendenkonten

Es sind drei Konten eingerichtet: Sparkasse: 1247022 (BLZ 44551210); Märkische Bank: 101500143 (BLZ 45060009); Mendener Bank: 330510901 (BLZ 44761312).

 
 

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