Albert-Schweitzer-Schule Lendringsen schließt nach 57 Jahren

Die Albert-Schweitzer-Schule Lendringsen schließt nach 57 Jahren. Abschiedsfeier in der Aula.Foto: Pia Maranca
Die Albert-Schweitzer-Schule Lendringsen schließt nach 57 Jahren. Abschiedsfeier in der Aula.Foto: Pia Maranca
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Lendringsen..  Opa Werner ist hier im April 1956 eingeschult worden. Enkelin Lea Menzer, die in die zweite Klasse geht, hat gestern am selben Ort ihren letzten Schultag erlebt. Denn die Albert-Schweitzer-Schule ist nach 57 Jahren geschlossen worden – wegen sinkender Schülerzahlen.

Die 50 Grundschüler, ihre Geschwister, Eltern und Großeltern sowie die Lehrer und Schulleiterin Edeltraud Schrieck feierten ein emotionales Abschiedsfest. Nach den Sommerferien geht der Betrieb in der Bischof-von-Ketteler-Schule am Salzweg weiter.

Als Werner Menzer an seinem ersten Schultag vor 56 Jahren im Gebäude am Böingser Weg stand, hieß die Einrichtung noch Wiechernschule und war als Volksschule angelegt. „Ich hatte nur Süßes in meiner Schultüte“, erinnert er sich. „Das waren ja noch ganz andere Zeiten als heute.“ Acht Jahre lang hat er hier gelernt: „Dann bin ich sofort ins Berufsleben gegangen.“

Eine Zeit, die Enkelin Lea (7) ganz fremd vorkommt. Doch auch auf die junge Lendringserin kommen jetzt Veränderungen zu: „Bis jetzt konnte sie zu Fuß zur Schule gehen, jetzt wird sie mit dem Bus fahren oder gebracht werden müssen“, erzählt der 61-Jährige. Bei ihm mischen sich an diesem Abschiedstag „Trauer und Wut“ miteinander. Denn ein Stück Kindheit verschwindet. Wie das Gebäude in Zukunft genutzt wird, ist bislang unklar.

In der Aula kämpfen gestern auch Schulleiterin Edeltraud Schrieck und die Lehrerinnen mit Abschiedstränen. Kollegin Heike Göbel geht zur Josefschule, Hausmeister Markus Huder wird ebenfalls verabschiedet.

Schon am Morgen im Gottesdienst haben die Kinder den Schulwechsel mit einem Schiff verglichen. „Das Schiff verlässt mit Matrosen den Hafen und ankert an einer anderen Stelle“, sagt Schulleiterin Edeltraud Schrieck. „Es nimmt eine Menge mit, zum Beispiel die Kajüten, die Einrichtung der Klassenzimmer, und die Kombüse, unsere Schulküche.“

Viele Bilder an den Wänden sind bereits abgehängt worden, das Rektorenzimmer ist mit Umzugskartons voll gestellt. „57 Jahre lang war die Schule ein Raum, um Lendringser Kinder fit zu machen für das Erwachsenen- und das Berufsleben“, so Schrieck.

Die Mädchen und Jungen der Klassen 2 bis 4 verabschiedeten sich mit Tanz und Musik von ihrer alten Schule. Am Ende hielten sie Buchstaben hoch, die die Wörter Albert-Schweitzer-Schule und Bischof-von-Ketteler-Schule bildeten. Verbunden mit vielen Wünschen für einen gelungenen Start in die neue Schule: „Freunde finden, Üben, Chillen...“

 
 

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