Ärger über Pferdeäpfel auf Spazierwegen in Menden

Pia Maranca
Foto: Jochen Linz/Archiv
In Menden gibt es Streit um die Hinterlassenschaften von Pferden auf Spazierwegen. Ein Anwohner will jetzt erreichen, dass Reiter Pferdeäpfel auf Straßen und Wegen einsammeln, so wie es etwa von Hundehaltern gefordert ist. Jetzt wird das Thema im Rat diskutiert.

Menden. Er hat sich beim Spazierengehen über herumliegende Pferdeäpfel geärgert. Das hat jetzt ein Bürger zum Anlass genommen, einen Antrag an die Stadt zu stellen. Der Lendringser wünscht sich, dass die Politik die Stadtverordnung ändert und nicht nur Hundehalter in die Pflicht nimmt, sondern auch Pferde- und Ponybesitzer: Sie sollen die Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner wegräumen. Heute diskutiert der Haupt- und Finanzausschuss erstmals über das Thema.

„Als stetiger Nutzer unseres Naherholungsgebietes entlang der Bie­ber, aber auch hier in meinem unmittelbaren Wohnumfeld in Lendringsen, auf den Gehwegen altes Forsthaus, Wolfskuhle etc. treffe ich immer wieder auch Mitbürgerinnen und Mitbürger, die wie ich auch, äußerst verärgert darüber sind, dass die eminente Verunreinigung der Wanderwege durch Pferdekot immer heftiger wird“, schreibt der Bürger. „Wir sind stets entsetzt, mit welcher Arroganz und Selbstverständlichkeit sich diese, in der Mehrzahl Reiterinnen, über die m.E. selbstverständliche Pflicht zur Beseitigung der Hinterlassenschaften ihrer Pferde hinweg setzen.“ Er habe bereits mehrfach auch persönlich versucht, mit den Pferdebesitzern zu sprechen – „leider bisher ohne Erfolg.“ Nun versucht der Bürger es über den Weg eines Antrags.

Reit- und Wanderwege strikter trennen

Der Antragsteller aus Lendringsen bringt auch eine striktere Trennung von Reit- und Wanderwegen ins Spiel, Reitwege müssten explizit und auf wenige Gebiete begrenzt ausgewiesen sein. Wo dürfen Pferde überhaupt im Gelände unterwegs sein? Erlaubt ist das Reiten laut Kreisverwaltung auf allen öffentlichen und privaten Straßen und Wegen sowie im Wald. In Teilen von Menden ist ein Angebotsreitwegenetz gekennzeichnet. Verboten ist das Reiten nur, wenn ein entsprechendes Schild aufgestellt ist.

Wer in der freien Landschaft oder im Wald reitet, muss laut Kreis ein gut sichtbares, gültiges Reitkennzeichen haben. Die Kosten für das Reitkennzeichen betragen bei Erstausgabe für Privatpersonen 38 Euro. Die Einnahmen aus der Reitabgabe sind zweckgebunden – und zwar werden sie laut Kreis eingesetzt, um Wege anzulegen und zu unterhalten, die von Reitern genutzt werden und um Grundstückseigentümer, deren Wege durch Reiten erheblich beschädigt wurden, Ersatzleistungen anzubieten.

Doch bis es zu einer politischen Entscheidung kommt, wird es noch etwas dauern. Zunächst entscheidet der Haupt- und Finanzausschuss, ob er den Antrag annimmt und dem Stadtrat empfiehlt, diesen zur Vorberatung an den Ausschuss für Öffentliche Sicherheit und Ordnung zu verweisen. Der Rat entscheidet abschließend.