Von Frühlingsgefühlen und vergifteten Tauben im Park

Das Publikum hatte einen riesen Spaß. Besonders viel Beifall erhielt „Tauben vergiften im Park“, das Kopp extra für den jüngsten „Melange“-Abend in der Gaststätte Pollmeier umgeschrieben hatte.
Das Publikum hatte einen riesen Spaß. Besonders viel Beifall erhielt „Tauben vergiften im Park“, das Kopp extra für den jüngsten „Melange“-Abend in der Gaststätte Pollmeier umgeschrieben hatte.
Foto: IKZ
Einen höchst amüsanten Abend mit Liedern von Georg Kreisler, präsentiert von Bastian Kopp, verlebte das Publikum in der Gaststätte Pollmeier.

Letmathe..  Bastian Kopp begann den musikalischen Kreisler-Abend im Rahmen der „Melange“-Reihe in der Gaststätte Pollmeier am Freitag gleich mit einer Entschuldigung: „Normalerweise erscheine ich stilecht zum Kreisler-Programm im Frack, doch angesicht der tropischen Temperaturen ziehe ich diemal T-Shirt und Sandalen vor“.

Das gut gelaunte Publikum, selbst auf der Suche nach ein wenig Erfrischung, nahm ihm den geänderten Dresscode nicht übel.

Auch Monika und Bernd Pollmeier hatten alles darangesetzt, ihren Gästen es so kühl wie möglich zu machen. Einerseits hatten sie alle Rolladen heruntergelassen, so dass schon fast der Eindruck entstand, die Veranstaltung würde wegen Hitze ausfallen, andererseits servierten sie im Eiltempo erfrischende Getränke vom frisch gezapften Pils bis hin zum leichtherben „Hugo“ (Holunderblütensirup, Sekt und Minze).

Bastian Kopp ist nicht nur ein begnadeter Pianist und Sänger, sondern auch wahrer Kreisler-Experte. Er betreibt das Georg Kreisler-Forum im Internet (www.georgkreisler.net), in dem sich alles um den Komponisten, Sänger und Dichter geht, der 1922 geboren wurde, 1943 die US-amerikanische Staatsbürgerschaft annahm und im November 2011 in Salzburg starb.

Wenn Bastian Kopp an seinem Klavier Platz nimmt und den Kreisler-Abend mit einem Frühlingslied eröffnet, dann ist die Welt nicht rosarot, dann geht es nicht und Liebe, dann wird es böse, richtig böse. Dann ist von steigenden Selbstmordraten und Ehekrisen die Rede.

Kreislers Werke sind bissig, gehässig, frech, und revolutionär, dass dem Zuhörer das Lachen im Halse stecken bleibt. Oder das Vergnügen prustet aus dem Publikum heraus, wie beim Lied über den Musikkritiker einer Zeitung, der völlig unmusikalisch ist oder der Furz, der zum Gesetz wird. Morbide ist auch die Einladung in den wohnlichen Atomschutzreaktor in Wien.

Frenetisch wurde Kopp am Ende des Kreisler-Abends gefeiert und das Publikum erklaschte sich einige Zugaben. Am Ende dann das ersehnte „Tauben vergiften im Park“, das von Bastian Kopp spontan umgedichtet wurde. Und so wurden dann den Schwänen im Volksgarten die Hälse umgedreht.

Der nächste „Melange“-Abend ist am 13. September, dann dreht sich alles rund um den Zirkus.

 
 

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