Und schwupps sitzt das Pflaster auf der Nase

Jonas Gertischke und Cara Lange-Vonau vom Roten Kreuz Letmathe zeigten den Drittklässlern der Bartholomäusschule, wie man Pflaster auf kleine Wunden klebt.
Jonas Gertischke und Cara Lange-Vonau vom Roten Kreuz Letmathe zeigten den Drittklässlern der Bartholomäusschule, wie man Pflaster auf kleine Wunden klebt.
Foto: IKZ
Sie üben Pflaster zu kleben und Verbände anzulegen. Erste Hilfe ist das noch nicht, was die Drittklässler der Bartholomäusschule lernen, aber sie werden von DRK-Ausbildern schon mal an das Thema herangeführt.

Oestrich..  Ruckzuck hat der Achtjährige den Schutzstreifen abgezogen, und schwupps hat er seinem Sitznachbarn das Pflaster mitten auf die Nase geklebt. Das sieht lustig aus. Und alle 20 Mitschüler lachen.

Lachen ist erlaubt, denn dieser besondere Unterricht an der Bartholomäus-Grundschule soll Spaß machen. Aber er hat auch einen ernsten Hintergrund. Die Kinder lernen, wie sie mit Verletzungen umgehen. Was sich am Mittwochvormittag in einem Raum der Grundschule abspielt, ist kein Erste-Hilfe-Kurs, eher eine Vorbereitung darauf.

„Die Schüler lernen schon mal, worauf es ankommt, wenn sich jemand verletzt hat“, erklärt Jonas Gertischke vom Roten Kreuz Letmathe. Der hat sich gemeinsam mit seiner Kameradin Cara Lange-Vonau, ebenfalls Ersthelferausbilderin, einen Vormittag Zeit für die Aktion in der Grundschule genommen „Was machst du, wenn einer auf dem Schulhof hingefallen ist und blutet?“ fragt Jonas Gertischke. „Die Lehrerin holen“, antwortet ein Mädchen wie aus der Pistole geschossen. „Genau!“ lobt der Ausbilder. Die Kinder müssen keinen Verband anlegen können (obwohl sie das an diesem Vormittag auch schon ein wenig üben), aber sie lernen, Hilfe zu holen und auch am Telefon einen Notruf richtig abzusetzen. „Das ist bei einem Unfall erst mal das Wichtigste“, betont der junge Mann.

Gaffen und Abhauen sind doof

Die Kinder sind begeistert von der zweistündigen Sonderaktion an ihrer Schule. Und Rektorin Verena Heintz ist es auch: „Die Schüler bekommen ein Gefühl für Erste Hilfe und verlieren die Scheu davor.“ Sie wissen jetzt, dass der eine Schüler den Verletzten trösten kann, während der andere Hilfe holt. Und sie wissen auch: Gaffen ist genau so blöd wie kopflos weglaufen. Gelernt haben die Kinder übrigens auch, wo der Erste-Hilfe-Kasten zu finden ist, und dass man sich erst Mal Schutzhandschuhe anzieht, wenn man bei blutenden Wunden hilft - wegen der Infektionsgefahr.

Die Initiative für diese kindgerechte Einführung in das Thema Erste Hilfe ging von den Eltern aus. Und der Förderverein übernahm die Finanzierung der Aktion, die für alle Drittklässler der Schule insgesamt rund 330 Euro kostet.

„Wir sind froh, dass der Förderverein uns so großzügig unterstützt,“ freut sich die Rektorin. Mit Beiträgen, Einzelspenden, Sponsorenlauf und Weihnachtsbasar macht der Förderverein noch manches mehr möglich, zum Beispiel das Projekt mit dem Zirkus „Tausendtraum“, der mit den Schülern für Anfang Juni eine Projektwoche und drei große Aufführungen im Zelt vorbereitet.

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