Top und Flop im Dorf Stübbeken

Der Vorsitzende der Dorfgemeinschaft Stübbeken, Thomas Haarmann mit dem „Hilferuf für die Dorfhalle“.
Der Vorsitzende der Dorfgemeinschaft Stübbeken, Thomas Haarmann mit dem „Hilferuf für die Dorfhalle“.
Foto: IKZ
Gute Aussichten bestehen im Stübbeken für den Umbau der Dorfhalle, aber kaum noch Chancen für ein „schnelles Internet“ via Glasfaserkabel.

Stübbeken..  Top und Flop im Stübbeken. Während das Projekt „Glasfaserkabel“ für die Wohnsiedlung endgültig zu scheitern droht, sieht es um die Zukunft der Dorfhalle wieder besser aus. In den nächsten Wochen soll die Modernisierung der Halle mit dem Umbau der Toiletten beginnen.

Aber zunächst zum Zukunftsprojekt Glasfaserkabel. Da haben die Dorfbewohner im Norden von Letmathe doch tatsächlich die Chance auf einen superschnellen Zugang zum Internet, um den sie manche Großstädter beneiden würden. Und was passiert? Die Stübbeker sagen „Nein danke“. Um genau zu sein: Es findet sich keine ausreichende Anzahl von Anschlusswilligen, die die Verlegung von Glasfaserkabeln rentabel machen würde.

Bislang nur halb so viele Verträge wie benötigt

40 Prozent der Haushalte müssten bei der Umstellung aufs schnelle Internet mitmachen. Doch bisher haben nur 21 Prozent einen Vertrag unterschrieben. Und das, obwohl die „Telemark“ die Anmeldefrist, die nach mehreren Info-Veranstaltungen am 1. Mai auslief, noch einmal bis zum 15. Mai verlängert hat. „Wenn nicht noch ein Wunder geschieht, ist das Projekt gescheitert“, zeigte sich am Dienstag „Telemark“-Geschäftsführer Andreas Griehl tief enttäuscht. Dabei seien die Voraussetzungen für die Bürger außerordentlich günstig. „Sie werden nicht an den Ausbaukosten im Straßenraum beteiligt, bekommen ein viel schnelleres Internet zu Preisen, die mit den jetzigen Preisen vergleichbar sind und obendrein eine Wertsteigerung für ihre Wohnung.“ Außerdem weiß die Stadtwerke-Tochter „Telemark“ seit Wochen die Dorfgemeinschaft hinter sich, die geschlossen auftritt, um noch günstigere Preise auszuhandeln.

„Wenn wir trotzdem im Stübbeken nicht genügend Kunden bekommen, dann weiß ich nicht, wo das System funktionieren soll“, macht Griehl aus seinem Frust keinen Hehl. Im Neubaugebiet Sümmern-Dahlbreite hatte die Telemark Erfolg, weil sie die Kabel von Anfang an verlegte. In einer gewachsenen Wohnsiedlung aber scheint die Rechnung nicht aufzugehen. Weshalb?

20 Helfer wolle bei Umbau in der Dorfhalle mitanpacken

Markus Körner vom Vorstand der Dorfgemeinschaft hat eine ganze Reihe möglicher Gründe ausgemacht: „Viele scheuen sich einfach den Internet- oder Telefon-Versorger zu wechseln, haben Angst ihre alte Telefonnummer nicht mitnehmen zu können, oder sie fürchten, durch die Umstellung Probleme zu bekommen“, sagt er der Heimatzeitung. „Es gibt großes Interesse bei den Jüngeren, aber im Dorf leben auch viele ältere Leute, die sind mit dem langsamen Internet zufrieden oder sie brauchen gar keins.“

Weit besser läuft’s mit der Aktion „Rettet unsere Dorfhalle“. Der Hilferuf, den der Vorstand der Dorfgemeinschaft vor Wochen auf Flugblättern verbreitete, verhallte nicht ungehört.Rund 20 ehrenamtliche Helfer wollen mitanpacken und in den nächsten 14 Tagen damit beginnen, die veralteten Toiletten nach und nach zu modernisieren. Die CDU-Ratsfraktion, die kürzlich die Dorfhalle besuchte,machte sich für finanzielle Hilfe stark. Ein Antrag an den Rat ist bereits gestellt: Demnach soll die Stadt 15000 Euro für Materialkosten zuschießen. Insgesamt ist der Umbau mit rund 40000 Euro veranschlagt.

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