Tenorgesang zum Genießen und Comedyspaß zum Schießen

Liebeslieder der Operette sang Holger Ries, begleitet von Martin Brödemann im Garten der Gaststätte Pollmeier.
Liebeslieder der Operette sang Holger Ries, begleitet von Martin Brödemann im Garten der Gaststätte Pollmeier.
Foto: IKZ
Comedy, die Tränen in die Augen treibt, und Operettenmelodien, die zum Träumen verleiten. Beides war am Samstag im „Operetten“-Garten der Familie Pollmeier an der Lenne zu erleben.

Letmathe..  Der Garten der Familie Pollmeier, der beschaulich an der Lenne liegt, hat sich einmal mehr als attraktiver Veranstaltungsort für ein sommerliches Kulturereignis bewährt - in diesem Jahr als Operettengarten. Insgesamt mehr als 120 Besucher genossen am Samstag in einem zur Bühne hin offenen Zelt zwei höchst unterschiedliche Vorstellungen zu diesem Thema, einen fröhlichen Operetten-Lieder-Vortrag am Nachmittag und eine Operetten-Comedy-Show am Abend.

Mit dem Charaktertenor Holger Ries hatte die Literaturvereinigung Melange einen Könner seines Fachs engagiert. Der Künstler, der auf Bühnen in ganz Deutschland zu hören ist, gab sich vor rund 80 Zuhörern charmant und humorvoll und glänzte durch seine wunderschöne Tenorstimme. Ob er vom „Weißen Rössl am Wolfgangsee“ sang, oder vom Sigismund, der nichts dafür kann, dass er so schön ist - das Publikum konnte sich an einem bunten Strauß beliebter Operettenmelodien erfreuen und sich im Land der Träume wähnen. Manch einer hätte vielleicht sogar gern mitgesungen.

Holger Ries wurde am Klavier begleitet von Martin Brödemann, der überdies mit selbst komponierten Solostücken überraschte. Ein bisschen mehr Bewegung und Kostümierung auf der Bühne hätte dem Ganzen noch mehr Atmosphäre verliehen. Aber darüber kann das Gartentheater Pollmeier/Melange ja fürs nächste Mal nachdenken.

Als sehr erfrischend erwies sich am Abend die Operetten-Comedy-Vorstellung mit Stefan Keim und Winfried Fechner. Den ganzen Abend lang sah man im voll besetzten Zelt nur fröhliche Gesichter und nicht selten schallten wahre Lachsalven über die Lenne hin. Die beiden Künstler hatten ein Programm aus eigenen und fremden Texten zusammengestellt. Besonders ulkig war es, wenn die beiden bekannte Operetten- oder Musical-Melodien mit neuen, teilweise eigenen, Texten, vortrugen. Als sie beispielsweise den Musical-Song „Daylight“ auf die Begegnung von Senioren mit moderner Medientechnik ummünzten, konnten sich die Zuhörer vor Lachen kaum halten. Winfried Fechner plauderte über die Begegnung mit großen Künstlern oder über die Entstehungsgeschichte von Operetten. Und dann gab es hier und da auch mal ein bisschen Klamauk und die eine oder andere kabarettistische Ohrfeige für Politiker wie Guido Westerwelle oder Angela Merkel oder Ex-Bundespräsident Christian Wulff. Zum Schluss wurde auch das Publikum zum Mitmachen animiert.

So geriet der Abend zu einer sehr bunten Mischung. Text und Wortwitz wechselten mit Liedvorträgen. Und man kann nur den Hut ziehen vor den gesanglichen Leistungen von Stefan und Winfried Fechner. Obwohl sie ja von Haus aus nicht in erster Linie Musiker sind, haben sie eine Vielzahl von Operetten-Melodien sicher und ansprechend gesungen. Respekt.

 
 

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