Polarisierung am Schälk

Diesen Anblick bieten nach Darstellung von "ABO Wind" die geplanten Windräder, wenn man sie von Grürmannsheide aus betrachtet.
Diesen Anblick bieten nach Darstellung von "ABO Wind" die geplanten Windräder, wenn man sie von Grürmannsheide aus betrachtet.
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Stürmische Debatte über Windkraft: Die Grünen greifen Katrin Brenner an, die Vogelkundler warnen den Bürgermeister vor der Zerstörung der Natur.

Schälk/Stübbeken/Grürmannsheide..  Das Thema Windkraft polarisiert. Zwei Personen sind es, die Wind in die Diskussion gebracht haben. Da ist zum einen Maximilian Fürst von Bentheim-Tecklenburg, der mit der Firma ABO Wind auf der Schälker Heide bis zu vier große Windräder errichten will. Und da ist auf der Gegenseite CDU-Bürgermeisterkandidatin Katrin Brenner, die sich gegen jedwede Windkraftnutzung in Iserlohn ausgesprochen und mit der Bürgerinitiative Schälker Heide solidarisch gezeigt hat.

Brenner sieht sich nun heftiger Kritik der Windkraftbefürworter ausgesetzt. In einer Stellungnahme von Bündnis 90 / Die Grünen Iserlohn muss sie sich den Vorwurf gefallen lassen, „dass es mit ihrer eigenen Verantwortung für globale Probleme nicht weit her ist, wenn es um die eigene Scholle geht.“ Für Katrin Brenner scheine der Papst, der vor den Gefahren des Klimawandels warnt, weit weg zu sein, und sie selbst nicht in der Lage, über den Tellerrand hinauszuschauen. Ihre Strategie laute einfach „Im Zweifel auf Kosten der anderen“. Weiter heißt es in der Stellungnahme: „Wenn Frau Brenner sagt, dass sie zwar nicht grundsätzlich gegen Windenergie sei, der Schutz von Mensch und Natur aber wichtiger sei, dann erwähnt sie nicht, dass die Gefahren des Klimawandels weit größer sind als die jenigen der maximal vier geplanten Windenergieanlagen, die immerhin Strom für 20 000 Iserlohner produzieren sollen.“

Vogelkundler halten das Gebiet für absolut untauglich

Einen ganz anderen Standpunkt vertritt die „Arbeitsgemeinschaft Ornithologie und Naturschutz AGON Schwerte im NABU Kreisverband Unna“. Diese Gruppe hat sich in einem offenen Brief an Bürgermeister Dr. Peter Paul Ahrens sehr besorgt und befremdet über die Pläne des Fürstenhauses geäußert. Wolfgang Pitzer und Dieter Ackermann schreiben, dass sie die Schälker Heide selbst kartiert und dabei festgestellt haben „dass im fraglichen Gebiet nun drei Rotmilanpaare bestätigt sind“. Hinzuweisen sei auch auf die zu Zugzeiten in größerer Zahl auf dem Bürenbruch rastenden und Nahrung suchenden Rotmilane und den intensiven Kranichzug. Des Weiteren sei ein Horst der Schwarzstörche gefunden worden. Auch Waldschnepfen in großer Zahl (auch mit Bruterfolg), Schwarzspechte, Kolkraben und Hohltauben seien nachgewiesen.

Allein diese Tiere, abgesehen von Fledermäusen und Uhu, die immer wieder bestätigt werden, reichen laut Pitzer und Ackermann aus, um das fragliche Gebiet „als absolut untauglich für Windkraft erscheinen zu lassen. Werden hier Windräder errichtet, wird dieses wertvolle Landschaftsschutzgebiet nachhaltig zerstört.“

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