Neues Einkaufsziel im Oberdorf

In dieser Häuserlücke an der Hagener Straße soll die Zufahrt zum neuen Penny Supermarkt entstehen.
In dieser Häuserlücke an der Hagener Straße soll die Zufahrt zum neuen Penny Supermarkt entstehen.
Foto: IKZ
Der geplante neue Discount-Markt auf dem alten Bültemeierschen Hof wird in der Bevölkerung mit teils mit Freude erwartet, teils aber auch mit Sorgen, vor allem wegen der Verkehrsbelastung.

Letmathe..  Eine hässliche Ecke verschwindet, ein neuer Discount-Markt entsteht. Die zahlreichen Anwohner im Letmather „Oberdorf“ - und nicht nur sie - dürfen sich auf einen 800 Quadratmeter großen Penny-Markt mit Back-Shop und mehr als 60 Parkplätzen freuen. Der Bauantrag wird zwar derzeit noch geprüft. Doch die Chancen auf eine Genehmigung stehen derzeit gut, wie die städtische Bauordnungsabteilung bestätigt, ein paar Unterlagen fehlen noch. Wenn alles glatt geht, rechnet Investor Ingo Deimel aus Arnsberg, in den nächsten Wochen die Genehmigung zu erhalten.: „Dann geht es mit dem Bau sofort los.“

Zufahrt geplant von der Hagener Straße

Der alte Bültemeiersche Hof, zuletzt Standort eines Garten- und Landschaftsbaubetriebs muss weichen. Das Gelände ist seit Jahren ungenutzt. Von der Hagener Straße her soll eine neue Zufahrt gebaut. werden.

Viele Letmather sehen das Projekt als eine Bereicherung für das Oberdorf an, wähnen sich schon auf kurzen Fußwegen zum Einkaufen. Außerdem entnehmen sie den Plänen, dass der Backshop wie ein kleines Café aussieht, mit etlichen Sitzplätzen. Das lässt den Wunsch nach einem extra Zugang für Fußgänger aufkommen. Bloß nicht zu Fuß durch die Autoeinfahrt: Muss doch auch nicht sein, oder?

Bei etlichen Bürgern im Oberdorf mischt sich die Vorfreude mit mehr oder weniger großen Sorgen, wegen der befürchteten Verkehrs- und Lärmbelastung. Zwar war bis gestern nicht zu erfahren, wie lange der neue Markt abends geöffnet sein wird. Aus anderen Orten aber weiß man, dass Penny oft erst um 21 oder 22 Uhr die Tore schließt.

Gerhard und Gerlind Schulte, Anlieger der Heinrichstraße, sehen das, was auf sie zukommt, mit gemischten Gefühlen. Einerseits freuen sie sich, dass die hässlichen Mauern und windschiefen Plastikwände verschwinden, die den heruntergekommenen alten Hof auf der gegenüber liegenden Straßenseite verdecken. Andererseits befürchten sie unangenehmen Lärm, da die Lkws, die den Markt beliefern, parallel zur Heinrichstraße an- und abfahren, auch wenn der Markt ein wenig in den Hang gebaut wird und so „ein Stück in der Erde verschwindet“.

Sorge um die Ruhe und Idylle des schönen Bauerngartens

Die Schultes haben einen wunderschönen Bauerngarten, der bei der Aktion „Offene Gärten im Ruhrbogen“ Jahr für Jahr von Besucherscharen bewundert wird. Jetzt sind sie ein wenig bange um die gewohnte Ruhe und Idylle. „Kann man nicht vielleicht doch noch einen Grünstreifen zur Heinrichstraße hin pflanzen?“ fragen die beiden. Gemeinsam mit etlichen anderen Frauen und Männern aus dem Oberdorf würden sie gerne mal mit der Stadt und dem Investor sprechen, ob sich da noch etwas machen lässt. Dabei würden sie offenbar nicht auf taube Ohren stoßen. Im Telefonat mit der Heimatzeitung äußert Investor Deimel „Verständnis für die Anliegen der Anwohner“. Alle Fragen der Sicherheit und der Emissionen würden sorgfältig geprüft“, versichert er. „Wir nehmen das sehr ernst.“

Das Penny-Projekt wird in ganz Letmathe auch deshalb mit Spannung verfolgt, weil sich bei der Versorgung mit Lebensmittelläden einschneidende Veränderungen anbahnen. Die Nachricht, dass der Kaufpark schließt, ist noch frisch. Und die geplante Übernahme der Kaisers-Märkte durch Edeka setzt auch vor die Zukunft des zweiten Innenstadt-Supermarkts ein paar Fragezeichen.

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