Mit 69 Jahren noch unverzichtbar für die FirmaMit 69 Jahren noch unverzichtbar für die Firma

Peter Schmitz (li.) ist seit 55 Jahren bei der Fa. Frerichmann beschäftigt. Geschäftsführer Henning Höfner überreicht ihm die Ehrenurkunde der Handwerkskammer.
Peter Schmitz (li.) ist seit 55 Jahren bei der Fa. Frerichmann beschäftigt. Geschäftsführer Henning Höfner überreicht ihm die Ehrenurkunde der Handwerkskammer.
Foto: IKZ
Die Arbeit in der Reparaturwerkstatt macht Peter Schmitz großen Spaß und die Firma lässt ihn ungern gehen, weil der 69-Jährige über einen riesigen Erfahrungsschatz verfügt. Die Jungen können viel von ihm lernen.

Letmathe..  Mit 69 Jahren steht er nach wie vor mit Freude seinen Mann an der Werkbank. Er schraubt, schleift und poliert, als wäre er 20 Jahre jünger. Peter Schmitz, langjähriger Werkstattleiter der Fa. Frerichmann, feiert Jubiläum: Seit 55 Jahren arbeitet der Elektromaschinenbauer ununterbrochen bei der Letmather Firma, die Maschinen und Krananlagen, insbesondere Elektromotoren, wartet und repariert.

55 Jahre - das ist ein außergewöhnliches Jubiläum. „So außergewöhnlich, dass es bei der Handwerkskammer gar keine passende Ehrenurkunde gab“, wie Geschäftsführer Henning Höfner berichtet. Die Urkunde für Peter Schmitz musste extra angefertigt werden.

Der 69-Jährige sieht so unternehmungslustig aus, als ob er auch noch die 60 vollmachen möchte. „Na, warten wir mal ab!“, wehrt er lachend ab, als ob das denn doch ein bisschen übertrieben wäre.

Peter Schmitz geht „in Raten“. Er kommt nur noch drei mal pro Woche in die Firma. Die Werkstattleitung hat er bereits an einen Kollegen abgegeben. Sein Rat und seine Mithilfe sind aber nach wie vor unverzichtbar. „Herr Schmitz verfügt über einen unglaublichen Erfahrungsschatz,“ lobt ihn der Geschäftsführer.. Und das macht ihn für die Firma so wertvoll.

Er kennt die Maschinen und Motoren in- und auswendig

Viele Metallbetriebe im Umkreis haben „maßgeschneiderte“ Maschinen - das ist der Hauptkundenkreis der Firma Frerichmann. Solche Motoren sind oft Unikate, und bei Störungen findet keiner den Fehler so schnell wie Peter Schmitz. Nach fünf Jahrzehnten kennt er sie eben alle mehr oder weniger in- und auswendig, die Maschinen. Und mancher Kunde lässt an die Technik auch keinen anderen ran.

Schmitz genießt bei den Kunden großes Vertrauen, das sich über Jahrzehnte entwickelt hat. Während Lieferanten, Monteure und Vertreter bei Hoesch zeitraubend Besucher-Anmeldeformulare ausfüllen müssen, wird Peter Schmitz an der Pforte durchgewunken.

„Heute hier - morgen dort, jeder Tag ist anders und bringt Überraschungen mit sich“, beschreibt Peter Schmitz seinen Alltag. Und genau diese Abwechslung ist es, die ihm im Beruf so viel Spaß macht. Er verhehlt nicht, dass es manchmal auch ganz schön anstrengend werden kann. Besonders hart traf es ihn in den 80-er Jahren, als ein Großbrand den Betrieb eines Kunden ruiniert hatte. „Da wollte ich Ostern mit Frau und Kindern verreisen, aber daraus wurde nichts“, erinnert sich der 69-Jährige „Wir mussten erst zusehen, wie wir die Maschinen wieder in Gang kriegen.“

55 Jahre sind eine lange Zeit - und doch stellt Peter Schmitz überzeugt fest: „In meinem Beruf hat sich so viel gar nicht verändert.“ Den jungen Azubis kann er noch jede Menge beibringen.

Früher gab es nur 12 Tage Urlaub im ganzen Jahr

Dabei haben es die Azubis von heute bedeutend leichter als er. „Als ich anfing, haben wir jeden Samstag gearbeitet, es gab die 48-Stunden-Woche und nur 12 Tage Urlaub im Jahr. Damals mussten wir noch zentnerschwere Lasten selber tragen.“ Heute erleichtert moderne Hydraulik die körperliche Arbeit ganz enorm.

Die leuchtenden Augen verraten: Peter Schmitz möchte gern noch weiterarbeiten. Wenn dann doch der letzte Tag in der Werkbank kommen sollte, wird er sich nicht langweilen. Der Jubilar vom Roden hat in Haus und Garten immer was zu tun. Und dann sind da ja auch noch drei Enkelkinder . . .

 
 

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