Mehr Sicherheit auf B236 gefordert

Die Seiten der Altenaer Straße zu wechseln ist gar nicht so einfach, erst recht nicht für kleine Kinder. Bevor ein Unglück passiert, möchten die Mitglieder der evangelischen freikirchlichen Gemeinde gerne entschärft sehen .
Die Seiten der Altenaer Straße zu wechseln ist gar nicht so einfach, erst recht nicht für kleine Kinder. Bevor ein Unglück passiert, möchten die Mitglieder der evangelischen freikirchlichen Gemeinde gerne entschärft sehen .
Foto: Oliver Bergmann
Die Mitglieder der evangelischen freikirchlichen Gemeinde in Letmathe sorgen sich wegen der Gefahren, die vom Verkehr auf der Altenaer Straße ausgehen. Um ihr Ziel zu erreichen, beschreiten sie jetzt den politischen Weg.

Letmathe..  Das Haus der evangelischen freikirchlichen Gemeinde besuchen ihre Mitglieder grundsätzlich gerne. Dafür, dass sie im Schatten der beiden großen christlichen Kirchen liegt, sind der Gottesdienst und die Freizeitangebote auch ordentlich besucht. Besonders hoch im Kurs steht die Krabbelgruppe, die immer dienstags zusammenkommt.

Doch wenn sich die Mütter mit ihren Kindern auf den Weg zur Altenaer Straße 49 machen, dann fährt die Sorge, dass einem Gruppenmitglied etwas zustoßen könnte, im Auto mit. Schließlich ist auf dieser Bundesstraße nicht gerade wenig Verkehr. Und um zum Gemeindehaus zu kommen, muss die Straßenseite gewechselt werden.

Überqueren der Straße bei Tempo 50 bleibt schwierig

Vor allem im Sinne der Kinder, die gerade erst das Laufen lernen, wünschen sich die Mütter mehr Sicherheit. Sylvia Olbrich, die für die Grünen auch im städtischen Ausschuss für Bürgeranregungen und Beschwerden sitzt, ist eine von ihnen. Sie sagt: „Es existiert zwar ein Tempo-50-Schild und regelmäßig gibt es auch Verkehrsmessungen, dadurch entspannt die Situation jedoch nicht wesentlich.“

Anika Hemmert, Diakonin und junge Mutter, erinnert sich an die Freie evangelische Gemeinde, die bis Herbst 2003 die Räume genutzt hat und seitdem am Barendorf Bruch ihren Sitz hat. „Die haben es immerhin geschafft, dass die Geschwindigkeitsbegrenzung auf Tempo 50 herabgesetzt wurde.“ Von der Stadt fühlen sich die Frauen im Stich gelassen, da die Situation im Rathaus zwar bekannt sei, von dort aber keine Maßnahmen unternommen würden, die zu einer Veränderung führen könnten. Allerdings: Mit dieser Ansicht steht die Gemeinde ziemlich alleine da. Die Verwaltung teilte dieser Redaktion nämlich auf Anfrage mit, dass dort eben nichts bekannt sei. „Es gibt dort regelmäßige Kontrollen, dabei kam es aber in den Jahren 2015 und 2016 zu keinerlei Auffälligkeiten“, so Stadtsprecherin Christine Schulte-Hofmann, die auch darauf hinwies, dass Straßen.NRW der Ansprechpartner sei. 23 Mal habe es in diesem Zeitraum Messungen gegeben, 2,5 Prozent seien zu schnell unterwegs gewesen.

Das Verkehrsverhalten ist die eine Seite der Medaille, der Verkehrsfluss die andere. Im Berufsverkehr oder zu Zeiten, wenn in den Betrieben an der Straße ein Schichtwechsel anstehe, werde der Wechsel der Straßenseite zu einer Geduldsprobe. Die Gefahr bleibt. Deshalb steht eine Kontaktampel für Fußgänger ganz oben auf der Wunschliste. Frank Gerstenberg sagt als Mitglied der Gemeindeverwaltung: „Wichtig ist, dass Autofahrer signalisiert bekommen, dass hier Fußgänger, darunter viele Kinder unter zehn Jahren, die Straßenseite wechseln.“

Zebrastreifen vielleicht, Kontaktampel gerne

Ein Zebrastreifen täte es möglicherweise auch. In ihm sieht Linken-Politiker Manuel Huff, der am Sonntag eine Einladung der Gemeinde zu einem Termin vor Ort annahm und unter anderem im Verkehrssausschuss sitzt, ein Problem: „Wenn zu bestimmten Zeiten nie jemand über einen Zebrastreifen geht, dann bringt er nichts.“

Die Ampel-Lösung ist auch nach Ansicht von Elke Olbrich-Tripp, der Vorsitzenden der Grünen-Ratsfraktion im Iserlohner Stadtrat, die bessere Alternative – und gar nicht so utopisch. „In Nachrodt, am Abzweig nach Wiblingwerde, gibt es sie schon, und zwar ebenfalls auf der B236.“ Unterstützung bekommt die Gemeinde außerdem von der Letmather Werbegemeinschaft. Dessen Vorsitzender Manfred Gloede nahm die Einladung ebenfalls an.

Die Gemeinde wird jetzt einen entsprechenden Antrag zur Lösung des Problems stellen. Darüber hat dann Straßen.NRW zu entscheiden.

 
 

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