Gefahren fürs Gymnasium

Mit ihrem "Bürgerstammtisch" will sich die CDU Letmathe stärker für Anliegen aus der Bevölkerung öffnen. Eine Handvoll Bürger nutzte die Auftaktveranstaltung am Mittwoch im Haus Höynck.
Mit ihrem "Bürgerstammtisch" will sich die CDU Letmathe stärker für Anliegen aus der Bevölkerung öffnen. Eine Handvoll Bürger nutzte die Auftaktveranstaltung am Mittwoch im Haus Höynck.
Foto: IKZ

Letmathe.  Noch steht das Gymnasium Letmathe gut da. Doch sich abzeichnende Veränderungen in der Schullandschaft könnten dazu führen, dass von den drei Gymnasien Iserlohns auf Dauer nur zwei „überleben“. Dann wäre das Gymnasium Letmathe am stärksten gefährdet. Diese Sorge haben beim 1. CDU-Bürgerstammtisch am Mittwoch im Haus Höynck die Ratsmitglieder Karsten Meininghaus und Fabian Tigges geäußert.

Gefährdungsfaktor Gesamtschule

Gefährdungsfaktor Nr. 1 sind laut Meininghaus und Tigges die Pläne für eine zweite Iserlohner Gesamtschule in Hennen. Sollte dieses Projekt tatsächlich umgesetzt werden, würden die Gymnasien, die durch den Geburtenrückgang ohnehin Schüler verlieren, zusätzlich geschwächt. Dabei stützt sich die CDU auch auf den Schulentwicklungsplan der Stadt. Wenn es zu einer Entscheidung kommen sollte, eines der Gymnasien zu schließen, hätte Letmathe nach Meinung der CDU-Ratsmitglieder bedauerlicherweise die schlechtesten Karten. Denn die anderen beiden Iserlohner Gymnasien - MGI und Stenner - könnten bessere Kooperationsmöglichkeiten als Vorteil in die Waagschale werfen. Schließlich sind diese beiden Iserlohner Schulen nicht weit voneinander entfernt.

Und noch einen Gefährdungsfaktor haben die Letmather Christdemokraten ausgemacht. Durch die Zusammenarbeit der neuen Sekundarschule Nachrodt mit dem Burggymnasium Altena werde es schwieriger, Schüler aus dem traditionellen Einzugsbereich Nachrodt für das Gymnasium Letmathe zu gewinnen. Allerdings ist noch nicht aller Tage Abend. Das Gymnasium Letmathe hat, wie Meininhaus weiter ausführte, durchaus Chancen, sich durch neue Strategien zu behaupten. In diesem Zusammenhang lobte er die gute Zusammenarbeit mit der Realschule.

Bestand der Realschule Letmathe scheint gesichert

Für die Realschule Letmathe dagegen sieht die Letmather CDU keine dunklen Wolken am Horizont. Die hohen Schülerzahlen sprächen für eine gesicherte Zukunft.

In der Diskussion um die Gesamtschule äußerten Bürger ihr Unverständnis darüber, dass man in Zeiten knapper Kassen und zurückgehender Schülerzahlen eine neue Schule für 30 Millionen Euro plane. Karsten Meininghaus gab bekannt, dass er in Kürze mit einem Bürgerbegehren gegen die Gesamtschulpläne rechne.

Ausgiebig diskutiert wurden auch die Pläne der Stadtwerke Iserlohn und Schwerte für eine große Windkraftanlage auf der Schälker Heide. Hermann Josef Fox aus dem Stübbeken kritisierte, dass hier ein wichtiges Naherholungsgebiet und Ausflugsziel für Spaziergänger und Jogger zerstört würde. Große Flächen müssten abgeholzt werden für Riesenwindräder, die nicht unerheblich Lärm erzeugen. Sehr viele Anwohner aus den Siedlungen in Grürmannsheide, Schälk und Stübbeken wären betroffen.

Informationspolitik der Stadtwerke unzureichend

„Wir sind bei diesem Thema zwiegespalten“, antworteten Meininghaus und Tigges. Einerseits sei der Wandel weg vom Atomstrom und hin zur Erzeugung regenerativer Energie sehr zu begrüßen, andererseits müssten natürlich auch die Sorgen und Belange der Bürger berücksichtigt werden.

Die bisherige Informationspolitik der Stadtwerke sei völlig unzureichend, gaben die CDU-Ratsmitglieder den Bürgern Recht. Die CDU-Fraktion werde sich dafür einsetzen, dass die Stadtwerke in einer Versammlung ihre Pläne ausführlich darlegen und den Bürgern Rede und Antwort stehen.

 
 

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