Einzige „Förderschule Lernen“ im Nordkreis

Die Brabeckschule wird aller Voraussicht nach schon bald die einzige Förderschule mit Schwerpunkt Lernen - an drei Standorten - im Nordkreis sein.
Die Brabeckschule wird aller Voraussicht nach schon bald die einzige Förderschule mit Schwerpunkt Lernen - an drei Standorten - im Nordkreis sein.
Foto: IKZ
Durch Inklusion bluten die Förderschulen aus. Es gibt aber Eltern, die diese Schulform sehr schätzen. Rettung bringt der Zusammenschluss. Die Brabeckschule verwaltet künftig Iserlohn und Hemer als Teilstandorte mit.

Letmathe..  Wer Inklusion will, nimmt das Ausbluten von Förderschulen in Kauf. Klarer Fall. Schließlich lebt Inklusion von der Idee, dass Kinder mit Beeinträchtigungen nicht unter sich bleiben sollen, wenn sie etwas lernen. Gemeinsam mit Schülern ohne Beeinträchtigungen geht alles viel besser lautet das Credo moderner Schulpolitik. Also weg vom „Unter-Sich-Sein“ an der Förderschule, hin zur „Gemeinschaft mit allen anderen“ an der Regelschule.

Pestalozzi-Schulen Iserlohn und Hemer nur Teilstandorte

Die beiden Förderschulen für Lernschwache in Iserlohn und Hemer sind diesem Credo schon zum Opfer gefallen, beziehungsweise stehen kurz davor: Das heißt, sie existieren zwar weiter, aber nicht mehr als selbstständige Schulen, sondern nur noch als Teilstandorte. Das Gesetz verlangt in NRW, dass eine Förderschule mindestens 144 Schüler haben muss. Das kann nur durch Zusammenschlüsse gewährleistet werden. Die Pestalozzischule Iserlohn ist bereits im vergangenen Jahr Teil der Brabeckschule Letmathe geworden. Die Pestalozzischule Hemer soll in diesem Sommer mit unter dasselbe Dach, vorbehaltlich der Beschlüsse, die in Kürze von den Schulausschüssen Hemer und Iserlohn gefasst werden. Stimmen die Politiker wie erwartet zu, wird auch die Pestalozzischule Hemer keine eigene Schulleitung mehr haben, sondern Teilstandort der Brabeckschule.

Die Brabeckschule Letmathe ist damit die einzige „Förderschule Lernen“ im Nordkreis. Für Eltern aus Menden wird der neuerliche Zusammenschluss keine längeren Wege bedeuten, versicherte der Leiter der Brabeckschule, Hans-Jürgen Luhmann, auf Anfrage. Sie müssen ihre Kinder nicht nach Iserlohn oder Letmathe fahren lassen, sondern schicken sie wie bisher nach Hemer .

Nicht bei allen Schülern ist die Inklusion erfolgreich

Zusammen werden die drei von Letmathe verwalteten Förderschulstandorte jeweils etwa 80 bis 90 Schüler haben, zusammen also rund 240. Vor Beginn der Ära Inklusion waren es Dutzende mehr.. Die Zahlen sanken rapide. Obwohl die Pestalozzischule Hemer gerade erst die Kinder der aufgelösten Rodenberg-Schule von Menden mit übernommen hat, zählt sie jetzt nur 114 Schüler. Ähnlich ist es in Letmathe. „Früher hatten wir bis zu einem Dutzend Anmeldungen pro Jahr, jetzt kann man sie an einer Hand abzählen“, sagt Brabeck-Konrektor Rudi Müllenbach. Allerdings stellt er auch fest: „Trotz großer Inklusionsbemühungen gelingt es nicht, alle lernschwachen Schüler an Regelschulen ausreichend und zur Zufriedenheit der Eltern zu fördern. Dann wechseln sie zu uns.“ Deshalb sei es sehr zu begrüßen, dass die Städte Iserlohn und Hemer durch den Zusammenschluss die Zukunft der Förderschule Lernen als Wahlmöglichkeit für die Eltern gesichert haben Ob auch langfristig alle drei Standorte unter einem Dach bestehen bleiben können, weiß keiner. Müllenbach: „Das hängt von der Enscheidung der Eltern ab, vom Erfolg des Inklusionsmodells und von der Schulpolitik.“

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