Der Oestricher Burgberg ändert sein Gesicht

Der Förderverein Naturschutz MK lässt die Nadelbäume auf dem Burgberg entfernen, sie sollen durch Laubbäume ersetzt werden.
Der Förderverein Naturschutz MK lässt die Nadelbäume auf dem Burgberg entfernen, sie sollen durch Laubbäume ersetzt werden.
Foto: IKZ

Oestrich..  Die Anwohner des Oestricher Burgberges sind in heller Aufregung: fast in der Nacht rückten vor einigen Tagen Waldarbeiter mit schweren Holzerntemaschinen an. Die Lichtkegel der Scheinwerfer, die wie riesige Finger wirkten, trafen die angrenzenden Häuser und sorgten bei den Bewohnern für Unruhe.

Das Rätsel löste sich jedoch relativ schnell: Der Förderverein Naturschutz MK, neuer Besitzer des Burgberges, lässt derzeit die Nadelbäume entfernen, um später die „abgeernteten, kahlen Stellen mit Laubbäumen wieder aufzuforsten.

Dazu der zweite Vorsitzende, Hans Obergruber: „Die Arbeiten erfolgen in enger Zusammenarbeit mit der Denkmalbehörde des Landwirtschaftsverbandes Westfalen-Lippe und dem dem Regionalforstamt Märkisches Sauerland“. So hat es im Vorfeld einige Begehungen gegeben, in denen die Denkmalbehörde klare Vorgaben gemacht hat, auf welchen Wegen sich die riesigen Erntemaschinen bewegen dürfen, um das Bodendenkmal Burgberg mit seinen Wallanlagen nicht zu beschädigen.

Die heute noch sichtbaren Wallreste dieser Fliehburganlage stammen aus der karolingisch-ottonischen Zeit (9. Jahrhundert). Die Wallburg besteht aus mehreren Ring- und Abschnittswällen. Im Osten liegt der 1,65 ha große Ostring, im Westen der kleinere Westring und in der Mitte zwischen den beiden Ringen der Mittelwall, den der Weg quert. Der Burgberg ist aber schon früher immer wieder von Menschen aufgesucht worden, wie Funde belegen. Der bekannteste ist wohl der Oestricher Goldfund.

Wie bereits berichtet, hat der Förderverein Naturschutz MK den Burgberg von der Familie Winner gekauft. Der Burgberg zeichnet sich durch eine einzigartige Vegetation aus, dort sind seltene Pflanzen anzutreffen und auch Tiere, die bereits auf der roten Liste gefährdeter Arten stehen. Die Grasflächen auf dem Burgberg werden durch den Förderverein Naturschutz MK gemäht und im Laufe eines Jahres durch Schafe beweidet.

Der Burgberg wird auch weiterhin für Spaziergänger begehbar bleiben, so Hans Obergruber. Besucher haben sich an die gesetzlichen Vorgaben des Natur- und Landschaftsschutzes zu halten, beispielsweise keine Pflanzen zu zerstören oder mitzunehmen, Unrat zu hinterlassen oder Feuer zu entzünden.

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