BI blickt zuversichtlich in die Zukunft

Ortstermin im Wald: Ute Schulmeister (2.v.li.) erläuterte die Planungen zur Errichtung von vier Windkraftanlagen.
Ortstermin im Wald: Ute Schulmeister (2.v.li.) erläuterte die Planungen zur Errichtung von vier Windkraftanlagen.
Foto: Michael May IKZ
Am Samstag informierten sich Mitglieder der Initiative „Iserlohn erneuerbar“ vor Ort über die geplanten vier Windkraft-Standorte auf dem Schälk. Als Ansprechpartnerin stand ABO-Wind-Projektplanerin Ute Schulmeister zur Verfügung.

Letmathe..  „Wir wussten nicht exakt, an welcher Stelle die Anlagen errichtet werden sollen. Jetzt, nachdem wir uns direkt vor Ort informiert haben, glaube ich, dass sich das Projekt noch unproblematischer darstellt, als wir zuvor schon angenommen haben“, blickt John Haberle, einer der Sprecher der Bürgerinitiative „Iserlohn erneuerbar“, höchst optimistisch in die Zukunft der regenerativen Energieversorgung in Iserlohn, nachdem die BI am vergangenen Samstag auf dem Schälk die Standorte für die vier geplanten Windkrafträder besichtigt hat.

Insbesondere die gute Erreichbarkeit der für die Anlagen vorgesehenen Fichtenwaldflächen des Fürsten Maximilian zu Bentheim-Tecklenburg überzeugt Haberle davon, dass das Vorhaben der ABO Wind auf dem Areal bei allem zu erwartenden Widerstand hohe Realisierungschancen besitzt: „Der umfangreiche Wegebau, der oftmals erforderlich ist, ist bei Windkraft-Projekten immer ein Riesendiskussionsthema. Das hat man auch bei der Debatte über den Bau von Anlagen im Stadtwald sehr deutlich wahrgenommen. Auf dem Schälk aber gibt es diesen Diskussionspunkt dank der guten Anbindung an vorhandene Verkehrswege nicht.“

Errichtung des Windparks binnen vier Jahren realistisch

Ute Schulmeister, Projektplanerin bei ABO Wind, hatte die Initiative bei ihrem Erkundungsspaziergang am Wochenende begleitet und mit Informationen über den aktuellen Stand versorgt. Trotz aller planungsrechtlichen Hürden hält es das Wiesbadener Unternehmen demnach für realistisch, den Windpark binnen drei bis vier Jahren zu planen und zu errichten.

Politische Erklärungen wie unlängst von Bürgermeister-Kandidatin Katrin Brenner, dass es auf Iserlohner Stadtgebiet nicht zum Bau weiterer Windkraftanlagen kommen werde, hält Schulmeister hingegen für höchst fragwürdig: „Die Stadt hat das Flächennutzungsplanverfahren zur Ausweisung von Vorrangzonen zwar auf Eis gelegt, in der Regionalplanung der Bezirksregierung Arnsberg aber ist der Standort Schälk als Windkraftfläche vorgesehen.“ Der substanzielle Ausbau der Windkraft sei darüber hinaus ein übergeordnetes politisches Ziel von Bund und Land, dem sich auch Kommunen mittelfristig nicht verweigern könnten. ABO Wind sei jedoch nicht auf eine Konfrontation mit den Anwohnern und der Politik aus, sondern setze auf Dialog, um einen breiten Konsens zu Gunsten des Projekts zu erzielen. Zu jenem Dialog zähle auch eine umfassende Aufklärung und größtmögliche Transparenz im weiteren Verfahrensverlauf.

Die vier geplanten Anlagen mit einer Gesamthöhe von rund 200 Metern auf dem Schälk können nach Berechnung von ABO Wind mit ihrer prognostizierten jährlichen Leistung von 29 Millionen Kilowattstunden 20 000 Menschen mit Strom versorgen und sparen damit den Ausstoß von rund 22 000 Tonnen Kohlendioxid ein. Die für den Anlagenbau benötigte Fläche umfasst nach Angaben Ute Schulmeisters pro Standort 2000 Quadratmeter, wobei 400 Quadratmeter für das Fundament vorgesehen sind. neben der guten Anbindung hält es die Projektplanerin zudem für einen weiteren Standortvorteil, dass der Anlagenbau in einem Nutzwald stattfinden würde, Bäume, die für die Windkraft gefällt werden müssen, würden auch im Rahmen der normalen Bewirtschaftung abgeholzt. Für das Vorhaben spreche auch, dass die Entfernung zur Wohnbebauung weit über den gesetzlich vorgeschriebenen Mindestabständen und der nächste mögliche Einspeisepunkt am Hallenbad in Letmathe vergleichsweise nahe liegt.

Bürger sollen ebenfalls von der Windkraft profitieren

Um die Akzeptanz für den Anlagenbau zu erhöhen, will ABO Wind auf Partizipation setzen. „Es ist unsere Absicht, die Bürger am Betrieb der Windkrafträder zu beteiligen. In welcher Form und in welchem Umfang dies geschehen wird, ist allerdings noch offen und hängt natürlich auch von der Nachfrage ab“, berichtet Ute Schulmeister.

Und mit Wind lässt sich offenbar auch weiterhin gut Kohle machen. Ein 2011 von der Aktiengesellschaft aufgelegter Fonds etwa weise jährliche Zuwächse von sieben bis acht Prozent auf. Ganz so hoch ist die Rendite für die Stadt nicht, doch immerhin kassiere die Kommune im Schnitt zwischen zwei bis drei Prozent der Erlöse des Anlagenbetriebs über die Gewerbesteuer, so die Projektplanerin. Selbst in dem Fall, dass die Betreibergesellschaft nicht in Iserlohn gegründet werde, flössen dennoch 70 Prozent der Steuer an die Standortgemeinde.

 
 

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