Arbeitsgericht erklärt Kündigung für unwirksam

Thilo Krüger, hier beim Termin vor dem Arbeitsgericht im Februar, hat vorerst erfolgreich gegen die Kündigung seines Arbeitgeber, dem Letmather Unternehmen Risse+Wilke, geklagt.
Thilo Krüger, hier beim Termin vor dem Arbeitsgericht im Februar, hat vorerst erfolgreich gegen die Kündigung seines Arbeitgeber, dem Letmather Unternehmen Risse+Wilke, geklagt.
Foto: IKZ

Iserlohn/Letmathe..  Thilo Krüger hat vor dem Arbeitsgericht Iserlohn erfolgreich gegen seine Kündigung durch das Letmather Unternehmen Risse+Wilke geklagt. Die Kammer des Arbeitsgerichtes kam bei dem Sitzungstermin am Dienstag zu dem Ergebnis, „dass das Arbeitsverhältnis der Parteien durch die Kündigung der Beklagten vom 24. November 2015 nicht aufgelöst werden wird“. Rechtskräftig ist dieses Urteil damit allerdings noch nicht. Nach Auskunft des Arbeitsgerichtes kann noch Berufung beim Landesarbeitsgericht in Hamm eingereicht werden. Ob es dazu kommt, ließ der Iserlohner Arbeitsrechtler Christoph Willemsen, der das Stengling­ser Unternehmen verteidigte, offen. Erst wolle er die Urteilsbegründung sehen und dann eine Entscheidung treffen.

Zu der Kündigung kam es im Herbst vergangenen Jahres, weil der inzwischen 55-jährige Krüger infolge eines Arbeitsunfalls und mehrerer Knieoperationen seinen Beruf als Kranführer nicht mehr ausüben kann. Die Suche nach einem Ersatzarbeitsplatz im Betrieb sei jedoch erfolglos gewesen. Krüger, der den Gelsenkirchener Fachanwalt für Arbeitsrecht, Frank Stierlin, an seiner Seite hatte, nahm dazu deutlich Stellung: „Die Vorschläge, in welchen Bereichen ich alternativ arbeiten könnte, kamen von mir. Und tatsächlich wurde auch nach Ersatzarbeitsplätzen gesucht. Aber es bestand nie das Interesse, einen geeigneten Arbeitsplatz zu finden.“

Dem widersprach Rechtsanwalt Willemsen. „Wir haben nicht getrickst. Es ist ernsthaft und ergebnisoffen geprüft worden, in welchem Bereich ein Ersatzarbeitsplatz möglich gewesen wäre.“ Doch entweder habe es erhebliche rechtliche Hürden gegeben oder es sei in den in Frage kommenden Abteilungen einfach kein freier Arbeitsplatz verfügbar gewesen.

Doch welche Arbeit könnte Krüger ausüben und welche nicht? Auch das sei nicht eindeutig geklärt worden, beklagte Stierlin. „Es gibt keine Untersuchung, aus der hervor geht, was ginge und was nicht.“ Arbeitgebervertreter Willemsen schlug vor, einen unabhängigen Sachverständigen einzuschalten. „Sollten wir uns darüber verständigen, bin ich gesprächsbereit.“ Doch ob es dazu noch kommt, ist je nach Urteilsbewertung völlig offen.

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