„Zauberhafte“ Gala

Jennifer Katz
Bert Rex beließ es nicht bei der Moderation, mit Hilfe von Zuschauerin Mareen präsentierte er im Parktheater auch einige Zaubertricks.
Bert Rex beließ es nicht bei der Moderation, mit Hilfe von Zuschauerin Mareen präsentierte er im Parktheater auch einige Zaubertricks.
Foto: Björn Braun
Internationale Varieté-Künstler haben im Parktheater atemberaubende Akrobatik-Nummern und vieles mehr gezeigt.

Iserlohn.  Einen grandiosen Varieté-Abend haben die Besucher des nahezu ausverkauften Parktheaters am Freitag erlebt. Unter dem Titel „Zauberhaft“ hatte Regisseur Udo Püschel eine Gala der Extraklasse auf die Beine gestellt, die ihrem Namen alle Ehre machte.

Allein schon Moderator Bert Rex hätte eine eigene Show verdient. Der gebürtige Thüringer, dem seine Heimat deutlich anzuhören ist, hatte die Zuschauer nach wenigen Sekunden im Griff. Mit wenigen Gesten und Gags war es ihm gelungen, schon kurz nach Betreten der Bühne für Lachanfälle zu sorgen. Von einem Besucher wollte Rex beispielsweise den Vornamen wissen und bekam auch eine Antwort, die er mit „Klaus – die kürzeste Aufforderung zum Stehlen“ kommentierte. Einige Zuschauer konnten sich auch nicht dagegen wehren, mit Bert Rex auf die Bühne gehen zu müssen. Mareen beispielsweise musste ihm bei Zaubertricks assistieren, wurde später mit der Zaubermedaille in Gold belohnt. Dass es sich dabei um die Tochter des vielen Iserlohnern bekannten Paares Sylvia und Udo Thielmann – selbst als Zauberer unterwegs – handelt, wusste der Moderator nicht.

Mehrfach-Saltiim Sekundentakt

Was die eigentlichen Künstler anging, so konnte Rex einen Kracher nach dem anderen ankündigen. Das Trio Trilogy hat zum Beispiel für „Ohhs“ und „Ahhs“ gesorgt, wenn die beiden männlichen Artisten ihre Kollegin Katarin in schwindelerregende Höhen katapultierten, um sie dann wieder aufzufangen und gleich in die nächste Akrobatik-Nummer überzugehen. Mehrfach-Salti waren dabei im Sekundentakt zu bestaunen. Teils mit schmerzverzerrten Gesichtern haben die Besucher die Darbietungen des Schlangenmenschen Alex Batuev aus dem Ural verfolgt, wenn er seine Gliedmaßen mehrfach um sich herum und in „unmenschliche“ Richtungen bewegte. Als er dann noch in einer silberglänzenden Kiste – kleiner als ein Umzugskarton – verschwand, war die Verblüffung groß. Immer wieder gab es zwischendurch Applaus für Batuev und jeden anderen Künstler.

Als einer „der renommiertesten Bauchredner“ wurde im Vorfeld Frank Rossi angekündigt, und damit wurde nicht zu viel versprochen. Mit seinem vorlauten Kaninchen, das in Windeseile aus einem weißen Tuch entstand, sorgte er schon für Lacher. Wenn aber Rossi gleichzeitig Flöte spielt und das Kaninchen sprechen lässt, kommt so mancher ins Grübeln. „Da ist doch noch einer“, flüsterte ein junger Mann seiner Nachbarin ungläubig zu. Falsch gedacht, es war tatsächlich „nur“ Frank Rossi, der später auch mit seinem alten Weggefährten Bert Rex für Spaß sorgte.

Balance und Jonglageauf dem Einrad

„Das ist einfach“, urteilte eine junge Zuschauerin, als der Schwede Erik Ivarsson mit seinem Einrad Runden auf der Bühne drehte. Sie war aber ganz schnell still, als der Artist auf immer höhere Räder stieg, auf dem Kopf einen Ball auf einer Stange balancierte und gleichzeitig mit mehreren Reifen jonglierte.

Im zweiten Teil des kurzweiligen Abends waren es dann wieder Mitglieder der Familie Thielemann, die sich von Bert Rex auf die Bühne bitten ließen. Ausgerechnet „Magic Udo“ und seine Sylvia sollten die Statisten für einen Entfesselungstrick sein. Aus Sylvia wurde Eva, die ihren Mann anhimmeln sollte. Als sie von Rex gefragt wurde, ob sie schon einmal bei einem Zaubertrick assistiert habe, gab es bei Sylvia Thielemann natürlich kein Halten mehr.

Nach dem Spaß gab es wieder Nervenkitzel: Vladimir Karvatyuk und Vladimir Snitko, zuvor mit Snitkos Ehefrau Katarin als Trio zu sehen, sind auch als „Duo Vladimir“ im Einsatz. „Hand-auf-Hand“-Akrobatik nennt sich das Spiel der Muskeln, wenn sich die beiden immer wieder in die Höhe stemmen. Ihren Guinness-Rekord haben die Vladimirs mit ihrer Messer-Nummer erreicht, die sie auch am Freitagabend präsentiert haben. Dabei haben sie die Griffe der Messer im Mund, der eine stemmt den anderen stehend über sich in den Handstand, lässt ihn langsam herunter – und plötzlich steht Messerspitze auf Messerspitze. Nur dadurch verbunden balancieren die beiden.

Kein Wunder also, dass es am Ende stehende Ovationen für die ganze Truppe gab, die etwa drei Stunden für Staunen, Spaß und Überraschungen gesorgt hat.