Vater muss für Missbrauch ins Gefängnis

Iserlohn/Hagen..  Für fünfeinhalb Jahre muss ein 46-jähriger Iserlohner ins Gefängnis. Der dreifache Familienvater hatte vor dem Hagener Landgericht zugegeben, seine Tochter über Jahre missbraucht zu haben. Allerdings nicht in dem Umfang wie ursprünglich angeklagt. Anstelle eines Tatzeitraumes von 2000 bis 2010 räumte er „nur“ drei Jahre ein. Der Arbeiter gab keine Erklärung ab, warum er sich an seinem eigenen Kind verging. Mit dem Geständnis, das er über seinen Anwalt vorbringen ließ, ersparte er dem Mädchen und ihrer älteren Schwester den Auftritt vor Gericht und damit die erneute Traumatisierung.

Die Übergriffe auf die Tochter begannen, als sie 12 Jahre jung war. Immer wieder besuchte er sie im Kinderzimmer und berührte sie oftmals im Brust- und Schambereich, anfangs oberhalb der Kleidung und dann direkt auf der nackten Haut. Ihr Schweigen erkaufte er sich mit kleinen Geldbeträgen. Der Vater wurde im Laufe der Zeit immer zudringlicher und verlangte von dem Mädchen immer wieder Oralverkehr, ansonsten gebe es Hausarrest oder Handyverbot. Als sie sich dennoch sträubte, drohte er sogar die Familie und sich selbst zu töten.

Ohne Erfolg suchte das Mädchen Hilfe bei einer Freundin oder ihrer großen Schwester. Irgendwann hielt sie es nicht mehr aus und vertraute sich der Mutter an, die ihren Mann anzeigte, zu Hause auszog und sich von ihm trennte.

Die Vertreterin der Staatsanwaltschaft hatte für den schweren sexuellen Missbrauch des Kindes eine Strafe von fünf Jahren und neun Monaten gefordert. Der Verteidiger forderte sechs Monate weniger. Die Nebenklagevertreterin sagte abschließend: „Meine Mandantin ist heilfroh, dass sie nicht noch mal aussagen musste. Und dass die Sache jetzt erledigt ist. Sie scheint es verkraftet zu haben.“

 
 

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