Telefon und Internet „Dauerbrenner“ bei Verbraucherzentrale

Bei der Präsentation  des Jahresberichtes der Iserlohner Verbraucherzentrale am Mittwoch wurden auch die neuen Beiratsmitglieder vorgestellt.
Bei der Präsentation des Jahresberichtes der Iserlohner Verbraucherzentrale am Mittwoch wurden auch die neuen Beiratsmitglieder vorgestellt.
Foto: IKZ
Die Beratungsstelle am Theodor-Heuss-Ring stellte am Mittwoch ihren Jahresbericht 2014 vor. Billigstromanbieter verweigern Bonuszahlung.

Iserlohn..  Ob Billigstromanbieter Neukunden mit einem dubiosen Bonus köderten, E-Mails mit gefälschten Rechnungen namhafter Unternehmen im Umlauf waren oder Kreditinstitute die Erstattung unzulässiger Kreditbearbeitungsentgelte verweigerten: 9153 Anfragen und Kontakte zeigen, dass die Verbraucherzentrale in Iserlohn auch 2014 wichtige Anlaufstelle bei Verbraucherproblemen war.

Bearbeitungsentgelte für Darlehen unzulässig

Ständige Herausforderung für das Team am Theodor-Heuss-Ring: Auf aktuelle Entwicklungen schnell zu reagieren. „Eine Nachfragewelle schwappte in die Beratungsstelle, nachdem der Bundesgerichtshof entschieden hatte, dass Bearbeitungsentgelte für Darlehen unzulässig sind“, berichtet Beratungsstellenleiterin Astrid Lindner. Ratsuchende wollten wissen, für welche Darlehnsverträge Erstattungen möglich sind, welche Verjährungsfristen gelten und erkundigten sich nach Rückforderungsmodalitäten. Insbesondere wurde Unterstützung gesucht, weil Kreditinstitute versuchten, die Erstattung mit fadenscheinigen Argumenten zu verweigern. Mit Musterbriefen und ausgeweitetem Beratungsangebot wurde der Weg zum Recht gebahnt.

Wieder einmal standen bei vielen außergerichtlichen Rechtsberatungen und -Vertretungen Probleme mit Telekommunikationsanbietern im Mittelpunkt: Zumeist ging es um nicht nachvollziehbare Posten in der Rechnung oder um Probleme bei der Kündigung von Verträgen.

„Kurzer Draht zu anbieterunabhängigem Rat war auch gefragt, als die Telekom das Ende des analogen Festnetzes einläutete und Kunden im Laufe des Jahres mit der Zwangsumstellung auf die Voice over Internet Protocol (VoIP)-Technik drohte“, berichtet Astrid Lindner. Bestandskunden hätte das Unternehmen in seinen Schreiben vor die Wahl gestellt, ob sie umstellen oder ihren Anschluss ganz verlieren wollen. „Das war nämlich die Konsequenz, wenn die Kunden nicht einwilligten“, so Astrid Lindner.

Zu schaffen machten auch Phishing-Mails: T-Online- und Amazon-Kunden, Inhaber einer Master-Card oder Nutzer von Pay-Pal-Konten hatten zuhauf unerwartete E-Mails erhalten, die angeblich von ihrem Anbieter stammten und die mit fadenscheinigem Inhalt geheime Zugangsdaten abfischen wollten. Dabei erreichten die als Rechnung getarnten Phishing-Mails eine neue Qualität: Immer häufiger enthielt die digitale Post im Anschreiben die korrekten Namen der potenziellen Opfer. Bis zu drei Anfragen täglich erreichten die Beratungsstelle zum Thema Phishing.

Rat und Recht waren gefragt, wenn es beim Stromanbieterwechsel hakte oder Versorger versuchten, ihre Kunden mit unzulässigem Geschäftsgebaren zu übervorteilen. Dauerärgernis: Neukunden von Billigstromanbietern wurden zunächst Bonuszahlungen versprochen, diese dann aber mit fadenscheinigen Argumenten verweigert. Ärger brach sich auch Bahn, wenn Billigstromanbieter ihren Kunden die Guthaben aus Jahresrechnungen nicht wie vorgeschrieben sofort auszahlten, sondern erst mit den nächsten Abschlägen verrechneten.

Vorgestellt wurde bei der Präsentation des Jahresberichtes am gestrigen Mittwoch auch der neu besetzte Beirat. Er wird gebildet von: Hans-Georg Renzel (CDU), Elmar Mohr (SPD), Christian Köpke ((FDP), Gudrun Axmacher (Grüne), Helmut Baumhardt (UWG-Piraten) und Jürgen Karbe (Linkspartei).

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