Staatsschutz ist nach unerlaubter Buchaktion eingeschaltet

Die Biografie von Muhammad wurde in Iserlohn und Letmathe verteilt.
Die Biografie von Muhammad wurde in Iserlohn und Letmathe verteilt.
Foto: privat
Der Salafist Pierre Vogel veröffentlichte auf Facebook Bilder, die eine Buchverteilung in Iserlohn und Letmathe zeigen. Die Stadt wusste davon nichts.

Iserlohn. Fotos, die der Islamprediger Pierre Vogel am vergangenen Samstag auf seiner Facebook-Seite veröffentlicht hat, sorgen für Unverständnis bei der Stadt und der Polizei. Die Bilder zeigen, wie auf der Wermingser Straße sowie zum wiederholten Male auf der Hagener Straße in Letmathe die Biografie „des edlen Propheten Muhammad saw“ kostenlos angeboten werden. Die Nachfrage bei Stadtpressesprecherin Christine Schulte-Hofmann ergab, dass im Rathaus nichts über diese Aktion bekannt ist. Weder sei eine Erlaubnis für die Verteilung der Schriften beantragt noch erteilt worden. Auch habe es keine Mitteilungen aus der Bürgerschaft über die Aktion gegeben, die laut Facebook am Samstagnachmittag zur besten Einkaufszeit stattgefunden haben soll. „Normalerweise melden sich immer Bürger bei uns oder der Polizei, wenn solche Bücher kostenlos verteilt werden. Diesmal bis jetzt jedoch nicht“, so Christine Schulte-Hofmann. Nach Informationen der Heimatzeitung aber sind die Bücherverteiler gegen 13 Uhr auf der Hagener Straße in Letmathe gesichtet worden.

Die Biografie-Verteilung an sich ist nicht verboten

Die Verteilung an sich, so die Auskunft der Polizei, sei zunächst nicht verboten. Indem die Verteiler ungefragt in der Stadt auftauchten, hätten sie lediglich eine Ordnungswidrigkeit begangen, hieß es auf Nachfrage der Heimatzeitung weiter. „Der Staatsschutz ist jedoch bereits eingeschaltet, er prüft die Sache.“ Auf der Facebook-Seite sind zudem weitere Fotos von Verteilaktionen in Münster, Köln und Bern in der Schweiz zu sehen.

Erst vor zwei Wochen ist in Nordrhein-Westfalen und anderen Bundesländern die Koran-Verteilaktionen „Lies!“ verboten worden. Das Verbot gelte für die Muhammad-Biografien derzeit nicht, sagte die Polizei. Mit Razzien in zehn Bundesländern waren die Behörden gegen die Organisation „Die wahre Religion“ (DWR) vorgegangen.

Aktion soll nichts mit„Lies!“ zu tun haben

„Mit der Koranübersetzung in der Hand wurden Hassbotschaften und verfassungsfeindliche Ideologien verbreitet und Jugendliche mit Verschwörungstheorien radikalisiert“, begründete Bundesinnenminister Thomas de Maizière das Verbot jeglicher Betätigung für die Vereinigung.

Erfasst werden von dem Verbot auch die Teilnahme an Informations- und Verteilaktionen unter dem Logo „DWR/Lies!“. Auf seiner Facebook-Seite schreibt Pierre Vogel, dass die Verteilung der Muhammad-Biografie nichts mit „Lies!“ zu tun habe.

 
 

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