Sprachförderung als gute und dankbare Sache

Das Vorstandsteam der Kinderlobby Iserlohn dankte bei der Jahreshauptversammlung im Café täglich seinem scheidenden Vorsitzenden Karl-Heinz Gagelmann (Mitte hinten) für sein vielfältiges Engagement.
Das Vorstandsteam der Kinderlobby Iserlohn dankte bei der Jahreshauptversammlung im Café täglich seinem scheidenden Vorsitzenden Karl-Heinz Gagelmann (Mitte hinten) für sein vielfältiges Engagement.
Foto: Michael May IKZ
Kinderlobby-Chef Karl-Heinz Gagelmann hört auf. Der Vorstand muss jetzt enger zusammenrücken.

Iserlohn. „.  Eine gute und dankbare Sache“ nannte der scheidende Vorsitzende der Kinderlobby, Karl-Heinz Gagelmann, die Sprachförderung ergänzend zum Pflichtunterricht an der Martin-Luther-Schule, der Grundschule auf der Emst und der Grundschule im Wiesengrund. Bei der Jahreshauptversammlung der Kinderlobby berichteten Pädagogen über die Arbeit.

Alle haben viel zu lachen in der internationalen Klasse

„Es gibt wenige Unterrichtsstunden, in denen wir so viel lachen“, berichteten Doris Haarmann und Detlef Hinse aus der internationalen Klasse in der Martin-Luther-Hauptschule, wo sie maximal 15 Schülern aus aller Herren Länder Deutsch beibringen. „Manche, die noch nie ein deutsches Wort gesprochen haben, lernen schneller als die Schüler, die ,Ich geh Aldi’-Deutsch drauf haben“, sagte Doris Haarmann. „Aus der internationalen Klasse wird keiner rausgeschmissen, nach einem Jahr sind sie flügge, so dass sie in Regelklassen gehen können.“ Des Weiteren gibt es internationale Klassen an der Realschule Hemberg (2), am Märkischen Gymnasium (1) und am Gymnasium an der Stenner.

Die Integration an der Grundschule im Wiesengrund mit Hilfe vieler Kooperationspartner stellte Schulleiterin Anja Ihme vor: „Die Kinder, die vor zwei Jahren kamen, haben schon viel gelernt. Es ist eine wertvolle Arbeit, die wir mit Unterstützung der Kinderlobby machen können.“ Das Heilpädagogenprojekt des Vereins sieht die heilpädagogische Förderung an neun Grundschulen vor. Die Rektorin betonte die besondere Bedeutung der heilpädagogischen Förderung und die Sprachförderung als Willkommenskultur durch die Kinderlobby und Stadt. Ulrike Grüner stellte vor, wie sie mit kleineren Kindern spielerisch Deutsch lernt. Wichtiges Element ist auch das von der Schulpflegschaft betriebene Elterncafé, das von 30 bis 40 Eltern aus 28 Nationen jeden Donnerstagvormittag besucht wird. Etliche von ihnen sprechen kein Deutsch und erhalten ganz praktische Hilfen beim Ausfüllen von Formularen. An der Grundschule Bömberg hat sich ein Elterncafé schon etabliert, hieß es.

Wie erwartet, konnte die Kinderlobby auf ihrer Jahreshauptversammlung keinen Nachfolger für Karl-Heinz Gagelmann finden. Der gab nach drei Jahren den Vorsitz ab, um sich mit über 70 Jahren nunmehr auf sein Ehrenamt im „Lichtblick und in der Flüchtlingsunterkunft zu konzentrieren. „Es fällt mir nicht leicht“, sagte der sichtlich bewegte scheidende Vorsitzende, der aber versprach, beim bevorstehenden Kinderweihnachtsdorf noch mitzuwirken.

„Wir haben wieder ein reichhaltiges Bühnenprogramm für das Kinderweihnachtsdorf vom 10. bis 14. Dezember vorbereitet“, sagte Petra Lamberts. „Dafür sind Freiwillige herzlich willkommen. Wer mitmachen möchte, sollte sich an das Kinder- und Jugendbüro wenden.“

Der wiedergewählte stellvertretende Vorsitzende Jürgen Schwerter übernimmt kommissarisch die Leitung mit Hilfe der weiteren Vorstandsmitglieder. Er appellierte an die übrigen Mitglieder, stärker zusammenzurücken.

Neben Jürgen Schwerter wurde Ute Berkenhoff als Beisitzerin im Amt bestätigt. Ehrenvorsitzender Peter Bochynek wird das Kinderlobby-Telefon übernehmen. Neben der Fortsetzung der bestehenden Projekte nannte Jürgen Schwerter die Gewinnung neuer Mitglieder als wichtiges Ziel. Die bewährten Projekte sollen weitergeführt werden: „Mit der Flüchtlingssituation haben wir steigende Aufgaben“, wagte er einen Ausblick. Das gelte auch für das Projekt „Sprache verbindet“ mit den Scouts.

Um die Lernchancen von Kindern zu erweitern, wurde das Lernpatenprojekt ins Leben gerufen, berichtete Petra Lamberts vom Kinder- und Jugendbüro der Stadt. Es soll an der Burgschule, der Südschule und der Grundschule Lichte Kammer mit neun Paten starten. Ehrenamtliche gehen in Schulen und unterstützen Kinder, die aus problematischen Familienverhältnissen kommen. Das erste Treffen der Mentoren ist für den 27. November geplant. Als Startkapital diente der Erlös eines Märchenabends mit Magdalena Janotte. Damit konnte eine 30-stündige Fortbildung für Paten und Mentoren finanziert werden.

„Neue Brücke“ half Bedürftigen mit Schulsachen

In ihrem Ladenlokal „Neue Brücke“ am Hohler Weg 51 half die Kinderlobby im vergangenen Jahr 309 Familien mit 750 Schulkindern, darunter 49 Asylbewerberfamilien mit 102 Schulkindern bei der Ausstattung mit Materialien für Schulanfänger.

Jugendamtsleiter Kai Maibaum berichtete über die Herausforderungen durch die Betreuung unbegleiteter Kinder und Jugendlicher aus dem afrikanischen Raum, aus Syrien und Afghanistan und deren Unterbringung in Kindergärten, Pflegefamilien und anderen Einrichtungen: „Wir müssen flexibel sein.“ Bis zum Jahresende werden zu den bereits vorhandenen zwölf Personen weitere 30 dazu kommen. Das Gros ist zwischen 16 und 20 Jahre alt, die meisten Zuwanderer sind männlich. „Auch im Jugendamt gibt es kein Extrapersonal, deshalb kooperieren wir mit freien Trägern wie der Ev. Jugendhilfe und sind auf einem guten Weg“, so Maibaum.

 
 

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