Soziale Bewegungen mit Kamera eingefangen

Cornelia Merkel
Der Iserlohner Bildjournalist Klaus Rose stellt sein Buch „Unser Leben. Soziale Bewegungen und Arbeitskämpfe im Ruhrgebiet 1965 bis 1989“ vor.
Der Iserlohner Bildjournalist Klaus Rose stellt sein Buch „Unser Leben. Soziale Bewegungen und Arbeitskämpfe im Ruhrgebiet 1965 bis 1989“ vor.
Foto: IKZ
Der Bildjournalist Klaus Rose hat mit dem Autor Udo Achten ein Buch über soziale Bewegungen und Arbeitskämpfe im Ruhrgebiet erstellt. NRW-Arbeitsminister Guntram Schneider steuerte das Vorwort bei.

Iserlohn.  „In der Rückschau wecken diese Bilder teilweise Nostalgie, aber sie verklären nicht, sondern klären auf. Dass sie dabei Emotionen wecken, ist gerade ihre Stärke.“ Kein Geringerer als Guntram Schneider, Minister für Arbeit, Integration und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen, lobt die dokumentarischen Bilder des Iserlohner Fotografen Klaus Rose im Vorwort für sein mit dem Publizisten Udo Achten veröffentlichtes Buch „Unser Leben. Soziale Bewegungen und Arbeitskämpfe im Ruhrgebiet 1965 - 1989“. Das über 200 Seiten starke Werk ist jetzt im Essener Klartext-Verlag erschienen (ISBN 978-3-8375-0766-9).

Politische und soziale Themen sowie Arbeitswelt im Fokus

Politische und soziale Themen und Arbeitswelt waren jahrzehntelang Klaus Roses Schwerpunkte, sein Arbeitsfeld das Ruhrgebiet. Der Bildjournalist, der seit 1977 in Iserlohn zu Hause ist, konzentriert sich seit rund 20 Jahren – auch aus privaten Gründen – mehr auf die Medizinfotografie.

Das Buch ist kein reiner Bildband, sondern eher eine Dokumentation der Arbeitswelt von Kohle und Stahl, der Umstrukturierung des Ruhrgebietes und der sozialen Kämpfe ebenso wie die Friedensbewegung mit ihren Ostermärschen in Wort und Bild. Dabei lenkt der Fotojournalist Klaus Rose in seinen atmosphärisch-dichten Schwarz-Weiß-Fotos den Blick der Betrachter immer auf die Menschen und ihre Lebens- und Arbeitsumstände, sei es Untertage oder auf der Straße ebenso beim Blick über den Nachbarschaftszaun.

Weitere Themen sind der Kampf um die Gleichberechtigung, Probleme der Arbeitslosen, Ausländer, der autolose Sonntag und Wahlkämpfe. Bei den Politikern interessieren ihn insbesondere die Mimik und die Posen.

Den Text über den Iserlohner Fotografen und über die sozialen Bewegungen und Arbeitskämpfe im Ruhrgebiet steuerte der Düsseldorfer Autor und Gewerkschafter Udo Achten bei. Er liefert interessante Hintergründe zur Entstehung der Fotos und der Arbeit des selbstständigen Bildjournalisten und der Medienbranche generell, die wie Kohl und Stahl ebenfalls starken Wandlungsprozessen durch die Digitalisierung ausgesetzt ist.

Achten beschreibt beispielsweise die unterschiedliche Verwendung eines Bildes über demonstrierende Bergleute in Dortmund im Jahr 1969. „Wir fordern 1000 Netto – vier Wochen Urlaub“ hatten die Kumpel mit Kohle aufs Transparent geschrieben. Die Zeitung „Neues Deutschland“ manipulierte das Foto für die Veröffentlichung, indem sie diese Forderung (offensichtlich aus politischen Gründen) unkenntlich machte. Schlaglichtartig beleuchtet Achten auch sozial- und kulturgeschichtliche Entwicklungen zwischen Rhein und Ruhr.

„Es würde mich sehr freuen, wenn dieser Bildband viele Leserinnen und Leser findet“, wünscht Arbeitsminister Schneider. Und er setzt hinzu: „Möglicherweise werden Sie sich an Ihren eigenen Anteil erinnern, den Sie an diesen bewegten Tagen hatten. Möglicherweise werden Sie animiert, sich heute stärker zu engagieren. In jedem Fall erhalten Sie einen tiefen Eindruck davon, was unsere Gesellschaft zusammengehalten hat und noch immer zusammenhält: Solidarität und Mitgefühl – aber auch Mitbestimmung und Teilhabe.“

Foto-Ausstellung in der NRW-Landesvertretung in Berlin

Am Dienstag, 17. Dezember, stellt Klaus Rose sein Buch in der Thalia-Buchhandlung (Wermingser Straße) zwischen 15 und 17 Uhr vor und signiert es interessierten Foto-Freunden. Eine Auswahl der in dem Buch dokumentierten Schwarzweiß-Bilder soll in Ausstellungen in der NRW-Vertretung in Berlin sowie in Iserlohn, Bochum und Oberhausen gezeigt werden.