Schulartikel heiß begehrt

Ulrike Lütkemeyer (li.) und Germaine Bödingmeyer lieben ihre Arbeit in der Neuen Brücke.
Ulrike Lütkemeyer (li.) und Germaine Bödingmeyer lieben ihre Arbeit in der Neuen Brücke.
Foto: IKZ
Im Geschäft „Neue Brücke“ arbeiten Ehrenamtliche von „Continue“ und Kinderlobby Hand in Hand. Zurzeit ist der Andrang besonders groß.

Iserlohn..  Offiziell ist noch gar nicht geöffnet, aber trotzdem hat sich am Hohler Weg bereits eine Schlange gebildet. Männer, Frauen und Kinder warten geduldig vor dem kleinen Geschäft gegenüber der Aloysius-Kirche. Wer sich durch die Menschen hindurchdrängelt und es bis in das Ladenlokal geschafft hat, kennt den Grund für den Andrang: In der „Neuen Brücke“ werden Schulartikel zu äußerst günstigen Preisen angeboten.

Margot Bochynek, Inge Reinagel, Meike von Deest und Lore Schultz haben den Blick nach unten gerichtet, immer wieder schauen sie auf Zettel, streichen darauf durch und greifen in eines der vielen Regale hinter sich. Hefte, Stifte, Schnellhefter, Zeichenblöcke, Farbkästen und Tornister wechseln hier im Minutentakt die Besitzer. Eine Frau, die gerade von Margot Bochynek bedient wird, sagt: „Ich habe zwei Kinder, für mich lohnt sich der Einkauf hier richtig.“ Kein Wunder, spart sie doch mehr als die Hälfte im Vergleich zum Einkauf in „normalen“ Geschäften. „Wir nehmen für die Erstklässler-Grundausstattung inklusive Tornister 45 Euro“, sagt Margot Bochynek, als sie wieder einen der Artikel von der Liste auf den Stapel für die Kundin legt. Die wiederum nickt und sagt: „Sonst kostet ja der leere Tornister schon weit mehr als 60 Euro.“

Was klein anfing, istheute ein großer Betrieb

Bis vor den Laden reicht die Schlange der Wartenden bereits. „Alltag für uns“, sagt Margot Bochynek. Sie blickt zurück: „Wir haben ja 2007 klein angefangen mit der Grundausstattung für Erstklässler, dabei aber schnell gemerkt, dass viele der Familien mehr Kinder haben. Und so hat sich das Ganze immer weiter entwickelt.“ Der Bedarf wachse stetig, nicht nur durch die Flüchtlinge. Einkaufen darf in der „Schulabteilung“ nur, wer eine Bescheinigung der Bedürftigkeit vorlegen kann. „Wir benötigen dringend Geldspenden, um hinterher zu kommen“, so Margot Bochynek, die ihrer Kundin in einem Punkt eine Absage erteilen muss: „Bunte Buchumschläge haben wir nicht.“ Die von den Schulen vorgegebenen Materialien bringen viele an den Rand der Verzweiflung, denn oft müssen es Markenprodukte oder bestimmten Farben sein.

Da haben es Germaine Bödingmeier und Ulrike Lütkemeyer an diesem Mittwochnachmittag deutlich leichter. Die Mitarbeiterinnen des Dienstes „Continue“ können die Haushaltswaren an jeden Kunden – ob bedürftig oder nicht – verkaufen. Sie spüren zurzeit deutlich die Auswirkungen der zahlreichen Baustellen rund um ihren Standort, halten aber durch. Germaine Bödingmeier erzählt stolz: „Wir haben seit dem Start vor acht Jahren schon 30 000 Euro zusammenbekommen. Zuletzt haben wir beispielsweise einen Clownseinsatz in einem Seniorenheim finanziert. Das war besonders schön.“

Sachspenden sind inder oberen Etage gefragt

Der Laden lebt natürlich nicht nur von den freundlichen Mitarbeitern und kauflustigen Kunden, wie „Continue“-Koordinatorin Nicole Behlau erklärt: „Wir sind natürlich dringend auf Spenden angewiesen.“ Von A wie Aschenbecher bis Z wie Zinnbecher ist so ziemlich alles in der „Neuen Brücke“ im Angebot. Begehrt sind jedoch vor allem Elektrogeräte wie Kaffeemaschinen, Wasserkocher oder Bügeleisen – sofern sie funktionieren. „Und besonders schön ist es, wenn die Spenden zu uns gebracht werden“, so Ulrike Lütkemeyer.

 

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