Riesiger Andrang beim „Großen Orchesterkonzert“

„Halleluja“ (von Leonard Cohen): Edyta Pietrasch-Szyszko leitet das Mittelstufenorchester.
„Halleluja“ (von Leonard Cohen): Edyta Pietrasch-Szyszko leitet das Mittelstufenorchester.
Foto: Ralf Tiemann
Beim „Großen Orchesterkonzert“ der Musikschule ist jetzt erneut deutlich geworden, wohin jahrelanges Üben führen kann: zu richtig tollen Leistungen.

Iserlohn.. Ob das jetzt unbedingt schon richtige Weihnachtsstimmung war, die am Sonntag in der Johanneskirche so viel Glanz auf die Gesichter im Publikum geworfen hat, ist schwer zu sagen. Fest steht aber, dass bei den vielen kleinen und zum Teil auch ganz kleinen Schülerinnen und Schülern der Musikschule, die dort ihr bestes gegeben haben, die Herzen wirklich höher schlugen und die Gefühle bei den vielen Eltern, Großeltern, Freunden und Verwandten der jungen Musiker einen kleinen Purzelbaum schlugen. Das „Große Orchesterkonzert zum 1. Advent“, bei dem sich neben dem Sinfonieorchester der Musikschule auch die anderen drei Streichensembles präsentierten, hat inzwischen Tradition. Auch an den riesigen Andrang, der auch am Sonntag wieder für eine regelrecht überfüllte Kirche gesorgt hat, hat man sich mittlerweile gewöhnt. Die großartigen Leistungen der Kinder und Jugendlichen, und vor allem die ungeheuren musikalischen Fortschritte, die im direkten Vergleich zwischen den zarten und noch eher unsicheren ersten Schritten der Jüngsten und der wuchtigen Klanggewalt der langjährigen Schüler zu spüren ist, begeistert aber jedes Jahr aufs Neue.

Thorsten Schick hebt Vorzüge der Musikschule hervor

Diesen Punkt, den langen Atem den es benötigt, ein Instrument zu erlernen, die Beharrlichkeit und das jahrelange Am-Ball-Bleiben als besondere Vorzüge einer musikalischen Ausbildung an der Musikschule, hob auch Thorsten Schick hervor, der als stellvertretender Bürgermeister das Publikum begrüßte. Gerade in Zeiten, die eher von einer Workshop-Mentalität geprägt sei und in der sich jeder via Smartphone sehr viel schnellere und einfachere Bestätigungen verschaffen kann, sei das, was die Musikschule den Kindern vermittelt, nicht hoch genug einzuschätzen.

Den Anfang machten am Sonntag dann auch die Kleinsten aus dem Vororchester von Judith Nalbach – kleine Streicheranfänger, die mitunter erst wenige Monate ihre Viertel-Geige oder -Cello in der Hand haben, bei ihren Kanons und Weihnachtsliedern aber schon ziemlich gut die Töne trafen, laut und leise spielten und prima aufeinander hörten. Beim Mittelstufenorchester von Edyta Pietrasch-Szyszko und dem Cello-Ensemble von Fabian Reichart ging es dann schon richtig zur Sache. Vor allem zeigten beide Ensembles mit Stücken wie „Halleluja“ des gerade verstorbenen Leonard Cohen oder „Nothing Else Matters“ von „Metallica“, dass auch für klassische Streichinstrumente bei der klassischen Musik noch lange nicht Schluss sein muss.

Drei romantische Großwerkevom Sinfonieorchester

Das Sinfonieorchester, das dann unter der Leitung von Musikschulleiter Paul Breidenstein nicht nur auf ein breites Streicherfundament setzt, sondern auch eine große Bläser-Sektion hat, setzte dann einen äußerst beeindruckenden Schlusspunkt. Mit Höhepunkten aus dem Musical „Oliver“, dem englischen Hymnus „Sanctuary Of The Heart“ und vor allem der berühmten „Finlandia“ von Sibelius hatte das Orchester drei hochromantische Schwergewichte im Programm, die mit Pauken, Schlagwerk und massigem Blech, aber auch mit leichten Holzbläser- und Streicherpassagen bis hin zum Harfen-Einsatz den großartigen Klangmöglichkeiten des ausgewachsenen Sinfonieorchesters viel Raum gaben. Und als am Ende von allen rund 150 Konzertbeteiligten der Gesang des Publikums bei „Alle Jahre wieder“ begleitet wurde, machte sich dann doch schon ein bisschen Weihnachtsstimmung breit.

 

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