Ratsbeschluss ohne Gegenstimmen

Auch die CDU stimmte in der gestrigen Sondersitzung des Rates für die Aufnahme von zwei zusätzlichen Eingangsklassen an der Gesamtschule zum kommenden Schuljahr
Auch die CDU stimmte in der gestrigen Sondersitzung des Rates für die Aufnahme von zwei zusätzlichen Eingangsklassen an der Gesamtschule zum kommenden Schuljahr
Foto: Josef Wronski/IKZ
Eine weitere Redeschlacht konnten sich die Ratsvertreter am Dienstagabend in der Sondersitzung des Stadtparlaments ersparen.

Iserlohn.  Streit? Welcher Streit? Als hätte es niemals eine schulpolitische Auseinandersetzung gegeben, votierte der Rat der Stadt am Dienstag einstimmig für die einmalige Aufnahme von zwei zusätzlichen Eingangsklassen an der Gesamtschule zum kommenden Schuljahr und beauftragte die Verwaltung, eine erforderliche Genehmigung bei der Bezirksregierung zu beantragen. Überdies verpflichtete sich das Stadtparlament, noch bis zum Herbst dieses Jahres ein Konzept zur verlässlichen Schulentwicklung der weiterführenden Schulen vorzulegen und nach der Festlegung von potenziellen Standorten für eine zweite Gesamtschule und Sekundarschulen eine förmliche Elternbefragung zur Bedarfsfeststellung durchzuführen.

Positives Signal für einen politischen Klimawandel

Eine weitere Redeschlacht konnten sich die Ratsvertreter am Dienstagabend in der Sondersitzung des Stadtparlaments ersparen, nachdem CDU-Ratsfrau Renate Brunswicker schon zu Beginn der Debatte erklärt hatte, dass auch die Christdemokraten dem von der Verwaltung formulierten Beschlussvorschlag zustimmen würden. Durch das erstmalig seit langem wieder einstimmige Abstimmungsergebnis erhoffte sich Brunswicker auch ein positives Signal für einen Klimawandel in dem von ihr geleiteten Schulausschuss.

„Neues Jahr, neue Töne“, freute sich derweil SPD-Fraktionsvorsitzender Dimitrios Axourgos über die Zustimmung der Union zu den zwei zusätzlichen Eingangsklassen. Für die im Bildungsbündnis vereinten Fraktionen hob Axourgos hervor, dass es immer erklärtes Ziel gewesen sei, acht Gesamtschulzüge einzurichten, um künftig keine Kinder mehr von der gewünschten Schulform abweisen zu müssen. Für die SPD stehe mit dem Beschluss zudem unmissverständlich fest, dass auch innerhalb der weiteren Schulentwicklungsplanung mindestens acht Gesamtschulzüge vorgehalten werden müssen, um dem Elternwillen Rechnung zu tragen. Axourgos kündigte hierzu Gespräche mit allen Ratsfraktionen in den kommenden Wochen an und dankte Bürgermeister Dr. Peter Paul Ahrens, dessen Gespräch mit dem Regierungspräsidenten in der vergangenen Woche letztlich den Weg ebnete für die jetzt gefundene Lösung.

Überrascht über die Zustimmung der CDU

Bei aller Freude über den politischen Konsens zeigte sich Linken-Fraktionschef Oliver Ruhnert überrascht über die Zustimmung der CDU. Denn im Kern, so Ruhnert, unterscheide sich der jetzt gefasste Beschluss nicht von dem Ratsvotum vom vergangenen Dezember, das die Union noch vehement abgelehnt hatte. Lob fand auch der Linke-Fraktionschef für das Eingreifen von Bürgermeister Dr. Ahrens in die Schuldebatte, während Detlef Köpke (FDP) forderte, dass der Bürgermeister das Verfahren auch weiterhin federführend begleiten soll.

Die Zustimmung der CDU, so deren Fraktionschef Rolf Kramer, sei allein dem Umstand geschuldet, dass der Regierungspräsident mit der Genehmigung der einmaligen Aufnahme von zwei zusätzlichen Eingangsklassen an der Gesamtschule die Auflage verbunden habe, bis zum Herbst eine aktualisierte Schulentwicklungsplanung vorzulegen. Genau dies habe die Union immer gefordert, betonte Kramer, „wir wollen keine Insellösung“.

Welche Gesamtlösung letztlich für Iserlohns weiterführende Schulen gefunden wird, entscheidet sich ab Mitte März. Unmittelbar nach der Anmeldephase für Klasse 5, so sieht es der Zeitplan für Bürgermeister Ahrens vor, sollen die Beratungen über die Schulentwicklungsplanung fortgesetzt werden.

 
 

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