Politischer Katzenjammer

Auch in der Sondersitzung des Schulausschuss
Auch in der Sondersitzung des Schulausschuss
Foto: IKZ/Michael May
Auch in der Ratssitzung am Dienstag gab es keinen Durchbruch in der strittigen Frage, wie die Schulstruktur im weiterführenden Bereich aussehen soll.

Iserlohn.  Die Nacht zu Mittwoch war kurz für den Bürgermeister. „Ich bin um fünf Uhr wach geworden mit dem Gedanken, wie wir doch noch eine Lösung finden können“, berichtet Dr. Peter Paul Ahrens einige Stunden später im Gespräch mit unserer Zeitung. Eine Lösung finden! Das ist auch die Aufgabe für alle im Rat vertretenen Fraktionen, um bei einer Sondersitzung des Stadtparlaments am 28. Oktober und somit kurz vor Ablauf der von der Bezirksregierung gesetzten Frist eine Richtungsentscheidung für die künftige Iserlohner Schulstruktur im weiterführenden Bereich präsentieren zu können, nachdem am Dienstag keine der beiden von der Verwaltung vorgeschlagenen Varianten eine Mehrheit gefunden hatte.

CDU hat „einen weiten Weg“ zurückgelegt

Dass am Ende des langen Sitzungstages im politischen Lager Katzenjammer herrschen könnte, hatte sich bereits in der dem Rat vorangegangenen Sondersitzung des Schulausschusses angedeutet. „Wir haben noch gestern versucht, zu einer einvernehmlichen Lösung zu kommen, sind aber gescheitert“, hatte Ausschussvorsitzender Peter Leye (SPD) die Sitzung eröffnet, in der nunmehr über die beiden Alternativen debattiert und entschieden werden sollte. Zwei Sekundarschulen am Bömberg/Wiesengrund und am Hemberg (Variante A) oder eine Gesamtschule am Bömberg/Wiesengrund und eine Sekundarschule am Hemberg (Variante B)? Für die CDU, so machte es Matthias Jakubanis deutlich, komme nur die Sekundarschul-Lösung in Frage. Dieser neuen Schulform des längeren gemeinsamen Lernens zuzustimmen, sei ein Kompromissangebot, betonte Jakubanis, „damit haben wir mit Blick auf unsere Ausgangsposition einen weiten Weg zurückgelegt“. Für zwei Sekundarschulen spreche nicht nur, dass es sich um die kostengünstigere Lösung handele, sondern auch die rückläufigen Schülerzahlen. Überdies, so Jakubanis, bestünde bei der Errichtung einer zweiten Gesamtschule die Gefahr, dass eine Sekundarschule am Hemberg zur „Resteschule“ verkomme: „Das wollen wir nicht“.

Für die im Bildungsbündnis vereinten Fraktionen, das neuerdings auf die Grünen verzichten muss, verdeutlichte Dimitrios Axourgos, dass das Bündnis den Eltern die Wahl überlassen wolle, welche Schulform in Iserlohn gewünscht werde, zumal sich bei der Trendabfrage vor zwei Jahren gerade einmal 1,7 Prozent der Eltern für die Sekundarschule ausgesprochen hatten.

Wahlmöglichkeit nur mit der Variante B

Nur mit der Variante Gesamtschule/Sekundarschule, so Axourgos, könne dem Elternwillen im Rahmen des Anmeldeverfahrens Geltung verschafft werden, weil nur diese Kombination eine Wahlmöglichkeit eröffne. Auf die von Elke-Olbrich-Tripp (Grüne) gestellte Frage, woher insgesamt 250 Anmeldungen für Gesamtschulplätze am Nußberg sowie am potenziellen neuen Standort Bömberg/Wiesengrund kommen sollten, hatte Axourgos indes eine ganz einfache Antwort parat: „Mit der neuen Schulstruktur beschließen wir ja zugleich auch die Auflösung von zwei Real- und einer Hauptschule.“

 
 

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