Peter Grab: Begonnenen Dialog fortsetzen

Superintendentin Martina Espelöer eröffnete das „Friedensfest der Religionen“ auf dem Schillerplatz. Rechts der Augsburger Bürgermeister Peter Grab.
Superintendentin Martina Espelöer eröffnete das „Friedensfest der Religionen“ auf dem Schillerplatz. Rechts der Augsburger Bürgermeister Peter Grab.
Foto: Michael May/IKZ
Begleitet wurde das Friedensfest der Religionen auf dem Schillerplatz von zahlreichen kulturellen Beiträgen, welche ebenfalls die Vielfalt der Religionen widerspiegelten.

Iserlohn.  Ein Höhepunkt des „Friedensfestes der Religionen“ am Sonntag auf dem Schillerplatz war sicherlich das Friedensmahl. Gemeinden der unterschiedlichen Religionen hatten dazu aufgetischt, gemeinsam wurde gespeist, nicht nur an den Tischen, sondern auch an den Ständen. Es wurde viel miteinander gesprochen, der so oft zitierte interreligiöse Dialog wurde so schnell Realität. „Wir reden miteinander. Wir essen miteinander. Wir teilen, was jeder beisteuern kann an Speisen, Musik und Tanz“, sagte die Superintendentin des Ev. Kirchenkreises Iserlohn, Martina Espelöer.

Ditib-Gemeinde begrüßtalle „im Namen Gottes“

„Die römisch-katholische Kirche freut sich zu sehen, dass heute beim Friedensfest die Konfessionen und Religionen zusammenfinden und das Brot teilen“, sagte Pfarrer Johannes Hammer. „Oh du gütiger Gott, vereinige alle, so dass die ganze Erde wie eine Heimat wird“, wünschte sich Gerhard Schaper von der buddhistischen Bahai. Dogan Üstün von der Ditib-Gemeinde hieß alle auf dem Schillerplatz „im Namen Gottes“ herzlich willkommen. Auch Renu Varandani (Hindus) und Andreas Fragos (griechisch-orthodox) begrüßten die Teilnehmer des Friedensfestes der Religionen. Nicht dabei war die jüdische Gemeinde, ihr Vertreter war offenbar kurzfristig verhindert.

Besonderer Gast war der Augsburger Bürgermeister Peter Grab. Die Stadt in Bayern (Schwaben) feiert seit langem in Erinnerung an den Augsburger Religionsfrieden das „Hohe Friedensfest“, seit 1950 gönnt sich Augsburg dafür sogar einen kommunalen Feiertag. Seit einigen Jahren gibt es dazu auch die „Friedenstafel“, an der alle Konfessionen und Religionen zusammenkommen. Grab verdeutlichte die Bedeutung der Veranstaltung: 42 Prozent aller Einwohner Augsburgs haben einen Migrationshintergrund – Peter Grab eingeschlossen. Der kam als Elfjähriger aus Tschechien nach Deutschland – ohne jede Sprachkenntnisse. Der Bürgermeister ermunterte die Iserlohner, den nun begonnenen Dialog fortzusetzen.

„Was schätzen die Vertreter an den jeweils anderen Religionen?“, fragte Thomas Brenck in einer Gesprächsrunde auf der Bühne. Martina Espelöer gefällt am Islam, dass die Gläubigen fünf Mal am Tag beten und dafür auch die Ruhe vom Alltag suchen. Johannes Hammer sagte, die Vielfalt der Religionen sei beeindruckend und Dogan Üstün von der Ditib-Gemeinde möchte noch mehr Kontakt zu den anderen Religionen suchen. Den wünscht sich auch Gerhard Schaper (Bahai), aufbauend darauf, dass es ohnehin tiefgreifende Gemeinsamkeiten zwischen den Religionen gebe. Andreas Fragos sieht die Kirchen sogar in der Pflicht, untereinander in Kontakt zu treten. Die Gesellschaft mache das ja bereits vor. Renu Varandani berichtete, dass in Indien die jeweiligen Religionsfeste gemeinsam gefeiert würden.

Begleitet wurde das Friedensfest der Religionen auf dem Schillerplatz von zahlreichen kulturellen Beiträgen, welche ebenfalls die Vielfalt der Religionen widerspiegelten. Auch für Kinder gab es am Sonntag Angebote.

Voraussetzung fürein gutes Miteinander

Iserlohns Bürgermeister Dr. Peter Paul Ahrens lobte die Initiative: „Ein überkonfessioneller Dialog, so wie er im Rahmen dieses Friedensfestes der Religionen stattfindet, ist eine unabdingbare Voraussetzung für ein gutes Miteinander.“ Dazu gehörten auch Toleranz und Achtung vor dem anderen. Wenn dies stattfinde, seien auch wichtige Grundlagen für ein friedliches Miteinander in einer Stadt gegeben, sagte Dr. Ahrens.

 
 

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