Lehrer in Menden putzen Klassen sogar selber

Thorsten Bottin

Menden.  Die städtischen Schulen laufen Sturm gegen die reduzierten Reinigungszeiten. „Gesundheitsgefährdend“, „schmuddelig“ und „hygienisch bedenklich“ sei es jetzt in den Fluren und Klassenräumen, weil die Stadt Menden die Putzzeiten heruntergefahren hat. Mehrere Schulleitungen fordern eine Rückkehr zu den früheren Reinigungsstandards.

Im Rahmen des Sparpaketes hatte der Stadtrat im Dezember 2011 beschlossen, die Reinigungsstandards zu reduzieren. Die Reinigungskräfte der Stadt und von externen Dienstleistern arbeiten seit September 2012 nach der offiziellen DIN 77 400. Schon zu diesem Zeitpunkt befürchteten Pädagogen und Eltern eine „erhöhte Gefährdung“ der Schülerinnen und Schüler, so heißt es in dem Bericht von Dr. Thomas Hardt, Schulleiter des Heilig-Geist-Gymnasiums. Eine Befürchtung, die sich vielerorts bestätigte, wie aktuelle Berichte aus einigen Schulen zeigen. Einige Auszüge:
„Einmal feucht zu wischen in der Woche reicht nicht aus. Der Staub auf Türen, Schränken, Regalen stellt eine Gefahr für Allergiker dar. Einige Lehrerinnen putzen schon selber, da sie den Dreck nicht mehr ertragen können.“ (Heinz Josef Karhoff, Schulleiter Schulverbund Albert-Schweitzer-Schule Lahrfeld mit Teilstandort St. Michael Schwitten)
„Restmüll verbleibt mehrere Tage in der Klasse. Tische verschmieren zunehmend. Technische Geräte in den Naturwissenschaften fallen schnell aus, da sie die erhöhte Menge Staub nicht verkraften.“ (Christel Schmidt-Timmermann, Schulleiterin Walram-Gymnasium)
„Man hat sich leider schnell an den schmuddeligen Anblick gewöhnt und alle sind unzufrieden. Bei allen pädagogischen Maßnahmen, die meine Kolleginnen und Kollegen an jedem Schulmorgen zu treffen haben, kann ich nicht noch täglich verlangen, dass sie auch noch mit den Schülerinnen und Schülern die Schule putzen.“ (Heinz Schulte, Schulleiter Realschule Lendringsen)
„Seit Beginn der Schneeperiode ist die zunehmende Verschmutzung des Schulgebäudes unverkennbar. In den Klassenräumen und Treppenhäusern hat sich die Rutsch- bzw. Unfallgefahr drastisch erhöht.“ (Thomas Hardt, Schulleiter Heilig-Geist-Gymnasium)

Die Stellungnahmen der Schulen liegen der Verwaltung und der Politik vor. Der Stadtrat nahm die Kritik und Forderungen der Schulleitungen in seiner letzten Sitzung lediglich zur Kenntnis.