Kreis: KDVZ-Standort hat erhebliche Nachteile

Das Gewerbegebiet Rosmart bei Lüdenscheid: Der Kreistag hat zu entscheiden, ob hier ein Feuerwehrzentrum für den Märkischen Kreis entstehen soll
Das Gewerbegebiet Rosmart bei Lüdenscheid: Der Kreistag hat zu entscheiden, ob hier ein Feuerwehrzentrum für den Märkischen Kreis entstehen soll
Foto: WR
Zum möglichen Standort KDVZ-Citkom sagt der Kreissprecher: Es sei zwar richtig, dass das Gutachten eine entsprechende Nutzung nicht kategorisch ausgeschlossen habe, aber die Gutachter seien eben auch zu dem Ergebnis gekommen, dass das Gelände am Griesenbrauck für den angedachten Zweck nicht beliebig nutzbar sei.

Iserlohn/Kreis..  Die Aufregung über die Kreis-Planungen bezüglich eines Feuerwehrservice-Zentrums war im Iserlohner Feuerwehrausschuss (wir berichteten) spürbar. In der Lüdenscheider Kreisverwaltung hält man dagegen die meisten Kritikpunkte für unbegründet, so formuliert es jedenfalls Kreispressesprecher Hendrik Klein auf Anfrage.

Logistischer Aufwand wird kompensiert

Das Argument, dass eine räumliche Trennung der Werkstatt für Atemschutzgeräte und der Atemschutz-Übungsstrecke zu erheblichem logistischen Aufwand führe (Transport der Geräte zur Übungsstrecke und Rücktransport zur anschließenden Aufbereitung für neue Einsätze), teilt der Kreis nicht. „Unser Gebäudemanager hat gesagt, dass sich dieser Aufwand in vertretbaren Grenzen hält und an anderer Stelle auch wieder kompensiert wird“, sagt Hendrik Klein.

Zum möglichen Standort KDVZ-Citkom sagt der Kreissprecher: Es sei zwar richtig, dass das Gutachten eine entsprechende Nutzung nicht kategorisch ausgeschlossen habe, aber die Gutachter seien eben auch zu dem Ergebnis gekommen, dass das Gelände am Griesenbrauck für den angedachten Zweck nicht beliebig nutzbar sei, sprich dass es lärmbedingt zeitliche Einschränkungen gebe - etwa was den Betrieb über die Mittagszeit oder an Wochenenden angehe. Geplant seien im Feuerwehrservice-Zentrum unter anderem ein Schneideplatz und eine Pumpstation. „Und wenn sich dort dann noch bis zu 100 Feuerwehrleute tummeln, ist das mit Lärm verbunden“, so Klein. Konflikte mit angrenzender Wohnbebauung seien dann nicht auszuschließen. Und es liege ja auf der Hand, dass insbesondere die Schulungen der ehrenamtlichen Kräfte der freiwilligen Feuerwehr schwerpunktmäßig am Wochenende stattfinden.

Offizielle Aussagen zum favorisierten Standort gibt es nicht, Klein erinnert aber daran, dass es ja wohl bekannt sei, dass das Gewerbegebiet Rosmart, welches zentral an der Sauerlandlinie und relativ zentrumsnah zu Lüdenscheid liegt, ein heißer Kandidat sei. Deshalb hätten sich auch viele Feuerwehren aus dem Südkreis für diesen Standort ausgesprochen. Es habe von dort auch klare Signale gegeben, dass ihnen die Fahrt nach Iserlohn zu weit sei, zumal im Südkreis die Feuerwehrstruktur, anders als im Nordkreis, weniger durch Berufsfeuerwehren sondern durch Freiwillige Feuerwehren geprägt sei, die Betroffenen also die Fahrt zu Schulungen oder ähnlichen Anlässen in ihrer Freizeit antreten müssten.

Räume in Iserlohn renovierungsbedürftig

In einem Punkt widerspricht der Kreis nicht: Die Kosten für das angedachte Feuerwehr-Zentrum sind erheblich. Klein spricht von einer Größenordnung von 20 bis 25 Millionen Euro. Es spräche aber eben vieles für diese Lösung. Zum einen sei es unbestritten, dass so oder so etwas passieren müsse, da die derzeitigen Räumlichkeiten an der Iserlohner Feuerwache zu klein und grundlegend renovierungsbedürftig seien. Zum anderen, so der Kreissprecher, werden beim Bau eines Feuerwehrzentrums auch Synergien in Richtung Rettungsdienst gesucht. Dort müssten 24 zusätzliche Stellen eingerichtet werden, auch das sorge für Raumbedarf.

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