Kinderarmut in Iserlohn auf dem Rückzug

Die Zahlen sind von 2011 auf 2015 rückläufig. Die Waldstadt trotzt damit einem bundesweiten Trend. Im aktuellen Armutsbericht der Stadt sind darüber hinaus eine Reihe neuer Hilfsmaßnahmen vermerkt

Iserlohn.  In der vergangenen Woche schlug die Bertelsmann-Stiftung Alarm. Bundesweit nimmt der Anteil von Kindern, die auf staatliche Unterstützung angewiesen sind, zu – vor allem das nahe Ruhrgebiet ist stark betroffen.

Rund zwei Millionen Kinder in Deutschland gelten laut einer Studie des Instituts als arm. Die Quote stieg trotz der guten Wirtschaftslage seit 2011 von 14,3 auf 14,7 Prozent. So wachsen in Gelsenkirchen fast 40 Prozent aller unter 18-Jährigen in Familien auf, die auf staatliche Grundsicherung angewiesen sind.

Unter Durchschnitt, dafür mit positivem Trend

Die gute Nachricht: Wie aktuelle Zahlen der Bundesagentur für Arbeit belegen, ist die Zahl der Leistungsempfänger im Alter von unter 18 Jahren in Iserlohn von 2011 bis zum Stand Dezember 2015 stark rückläufig. Waren 2011 in der Waldstadt 2970 Menschen im U18-Bereich auf soziale Leistungen angewiesen (18,7 Prozent), waren es 2015 noch 2664 Menschen (17,5 Prozent).

Zwar liegt Iserlohn bei diesen Zahlen, die ein wichtiger Indikator für Kinderarmut sind, im negativen Sinne über dem Bundesschnitt – immerhin ist aber ein eindeutig positiver Trend feststellbar.

Am niedrigsten lag der soziale Leistungsbedarf 2015 im U18-Bereich in Kalthof (6,1 Prozent) und Sümmern (7,7 Prozent). Am schlechtesten schneidet mit 27,1 Prozent das Stadtzentrum ab, gefolgt vom Zentrumsrand mit immer noch 21, 9 Prozent Leistungsbedarf nach Sozialgesetzbuch (SGB) II.

Auch um denen Hilfe zu geben, die auf soziale Leistungen angewiesen sind, wird in Iserlohn seit Jahren ein Sozialbericht mit dem Schwerpunkt Armut fortgeschrieben. Am 4. Oktober soll im Rat der Stadt eine Reihe von Maßnahmen beschlossen werden, die im aktuellen Bericht empfohlen werden.

Insgesamt sind in der Auflistung, die auf der Internet-Seite der Stadt zugänglich ist, 44 Punkte vermerkt. Neben verschiedenen Ressorts der Stadt sind auch VHS und Agentur für Arbeit mit an Bord.

Unter anderem sollen Arbeitsmarktakteure besser vernetzt werden, dazu sollen Geringqualifizierte einen besseren Zugang zu geeigneten Qualifizierungen erhalten.

Wichtig für den Jugendbereich: In den Stadtteilen sollen die Bildungsangebote unter Einbindung von Bildungszentren und Schulen verbessert werden. Ziel ist es, „einerseits Armut zu bekämpfen und präventiv zu begegnen, andererseits die Stadtteile zu an den Bedürfnissen der dort lebenden Menschen orientierten Bildungsorten auszugestalten“, wie es im Bericht heißt.

 
 

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